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Ueber den Geist und die Folgen der Reformation besonders in Hinsicht der Entwickelung des Europäischen Staaten-Systems : Als ein Seitenstück zu der von dem National-Institut zu Paris vor einigen Jahren gekrönten Preisschrift des Herrn von Villers / Friedrich von Kerz ; Maximilian Prechtl
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ter sich eine gesellschaftliche Garantie ihrer Rechtezu errichten. Dieses waren die tiefgeschlagenenWunden, die kein wohlthätiger Balsam der Zeitenmehr zu heilen vermochte.

Schwerlich hat der Urheber der Reformationauch nur den kleinsten Theil der nicht zu berechnen-den Folgen seines Unternehmens geahnct. Nochviel weniger stund dasselbe gleich Anfangs völlig ent-wickelt und in allen seinen Wirkungen berechnet,ganz anschaulich vor seiner Seele. Hierzu fehlt esihm durchaus an Ruhe des Geistes, an dem nöthi-gen Scharfblick und überhaupt an der Fähigkeit,die Zukunft mit der Gegenwart zu verketten, diemöglichen Ereignisse vorauszusehen und so ein gro-ßes Ganze zu umfassen. Wie hätte man auch die-ses von Luthern fodern können! Zum Mönchswe-sen erzogen, mit scholastischer Theologie genährtund unter ewigem Schulgezänke aufgezogen, wa-ren ihm die Welt und die Menschen, alle Staa-ten und ihre Verfassungen völlig fremd; keinWunder also, daß in seiner Wage jede Schul-meinung ein viel schwereres Gewicht haben mußte,als das höchste Interesse von ganz Europa. Uebri-gens erschienen seine Reformen auch nur Stiick-weis, und jede trug offenbar jedesmal den Stem-pel einer gerade in dem Moment gereihten Lei-denschaft.

Luther wurde bekanntlich in seinen jüngernJahren in Geschäften seines Ordens nach Romgeschickt. Dort nun soll ihm plötzlich ein großesLicht aufgegangen seyn, und sich mächtig ärgernd