trachtet werden. Im Norden war es 'ein Gegen-gewicht gegen Rußland und der natürliche Alliir-te Pohlens und Schwedens. Zwischen Frankreichund Oesterreich erhielt eS das Gleichgewicht, undDeutschland und Holland sahen in ihm ihrenBeschützer; Ersteres 'gegen die AnmassungcnOesterreichs und Letzteres gegen die AngriffeFrankreichs. .
Dieses waren die wirklichen, die Real-Ver-hältnisse ^der Eurpoäischcn Staaten nach dem Aach-ner Frieden. Dieselben waren so unverkennbar,und sprachen sich so- klar, und so bestimmt auS>daß es lauch dem ungeübtesten Blicke eines Neu-lings nicht entgehen jkonnte, daß die Gründungder Preussischen Monarchie ein allgemeines Be-dürfniß für Europa, ein Glück für dessen Völker,und keine kleine Wohlthat für die gesammte Mensch-heit war. Preußen ward setzt sene Macht, wel-che schon seit lange Zeit her fehlte, und durchwelche nun das Europäische Staaten - System ei-ne Sicherheit und eine Consistenz zu erhaltenschien, welche bisher blos in der Einbildung oderin frommen Wünschen bestanden hatten.
Wenn die Menschen jeder Zeit nur dankbarannähmen, was die Hand eines glücklichen Zu-falls, auch ohne ihr Verdienst, ihnen bisweilen, zuweißt, so hätten jetzt die Völker Europens sichbillig die gcgründesten Hoffnungen einer anhalten-den Ruhe erlauben dörfen. Aber leider war ncchkeine ganze Dekade seit dem Aachner Frieden ver-flossen, als auch schon wieder gegen diese neue,