654 l- Betrachtung über die Accise
dexn die Frage ist, ob solches mit einer gerechtenGleichheit unter den Unterthanen geschieht.. Die-ses läugne ich nun schlechterdings von der Accise;und ich habe oben gezeiget, daß diejenigen Unter-thanen, .die schon wegen ihrer unbeweglichen Güterdie ausgeschriebenen Abgaben entrichtet haben, dieAccise abermals mittragen müßen, und daß sogarin Ansehung der Lebensmittel und andrer Productsvon dem Ackerbau die Accise bloß aus die Landleutefallt, weil sie sich den Marktpreiß gefallen lassenmüssen, wie er einmal ist. Hier fehlt also die ge-rechte Gleichheit gar sehr. Sie ermangelt aber auchauf allen andern Saiten. Die gerechte Gleichheitentsteht, wenn entweder die Proportion des Ver-mögens oder der Gewinnst, dergestalt zum Grund-de geleget wird, daß alle Unterthanen, d enen nicht,vermöge der Gesehe und der Verfassungen desStaats,die Befreyung zusteht, dadurch getroffen werden.Allein man zeige mir diese Eigenschaft an der Accise.Man glaubet zwar,, daß sie nach eines jeden Ver-kehr entrichtet und mithin der Gewinnst eines jedenzum Grunde geleget werde: Es ist aber dieses kaumvon der Hälfte der Gewerbe und NahrungSgeschäff-te wahr. Wie viel Gewerbe haben wir nicht, diein gar keinen Materialien arbeiten, die acciöbarsind, z. E. die in Gold und Silber arbeiten? wieviel NahrungSgeschaffte giebt es, die etwas sehr we-niges an Materialien bedürfen / und doch großenVerkehr und Gewinnst haben, z. E. die Uhrma-cher, die Nadler, die Drechsler und alle, die soGalanteriewaaren verfertigen. Wieviel Handwer-
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