Band 
[Erster Band]
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7i8 n- Die Geschichte

Als sich Thamus aus dem Staatsrath entfernethatte: so hielten alle Glieder einmüthig davor, daßdieser verwegene Betrüger den Tod verdienet hätte.Der König Belus nach seiner gerechten Empfind-lichkeit billigte dieses Urtheil; und man war nur be-dacht solche Anstalten zu machen, daß daraus kernegrößere Unruhen entstehen möchten. Man überleg-te die Sache mit dem Obcrpriester der GöttinnBeltha; und dieser versicherte, daß wenigstens dieHälfte der babylonischen Einwohner aufihrer Seitewären. Man fand also um so weniger Bedenklich-keit, und machte zu Ausführung der Sache alle nö-thige Anstalten. Man zog alle in Babylon befind-liche Soldaten in die Gegend des Pallastes. Manbeorderte die nächst bey Babylon befindlichen Krie-geöschaaren morgen Mittag in Babylon einzurücken;und die entferntem Völker wurden gleichfalls befeh-liget den Marsch dahin anzutreten. Uebrigens hatteman vor der Rache des Volkes keine allzugroßeFurcht, weil man angemerket hatte, daß der größteTheil des dem Thamuö nachgesalzten Volkes Wei-ber waren.

Den folgenden Tag gieng die Versammlung derPriesterschaft wirklich vor sich. Als sich d-s Volkhäufig wieder bey dem Pallast einstellete; so ließ derKönig ausrufen, daß sich ein jeder bey Strafe, desTodes in seine Wohnung verfügen und die Entschei-dung des Königes in Ruhe erwarten sollte. DerAnblick der vielen gewaffneten Soldaten machte,daß d as Volk so fort Gehorsam leistete. In derVersammlung der Geistlichkeit selbst seßte es heftige

Strei-