Band 
[Erster Band]
JPEG-Download
 

des Thamus. 717

offenbar widerstrebten, des Thrones unwürdig wä-ren. So gerecht der Zorn war, welcher den baby-lonischen Monarchen bey diesen unverschämten, Re-den einnahm: so behielt doch seine Klugheit überseinen gerechten Unwillen die Oberhand. Er ver-stellete sich also, und antwortete dem Thamus, daßer bereit wäre, dem Willen der Sonne in allemFolgezu leisten: allein eine so wichtige Sache ließe sichnicht mitten in dem Getümmel des aufgelaufenenVolkes zu Stande bringen. Er wollte demnachauf den folgenden Tag eine große Versammlungaller angesehenen Priester der Götter in seinem Pal-laste anordnen; und es solle alsdenn das monath-liche Fest der Sonnen und der zwölf Himmelszei-chen dergestalt festgesetzet werden, damit dadurchdem Dienste der übrigen Götter kein Abbruch ge-schehe, weil es sich gar öfters fügen würde, daßdaSmonathliche Fest der Sonne mit andern Feyerta-gen zugleich fallen würde. Er ermahnete zugleichden Thamus, das Unwesen des tumultuirenden Vol-kes nicht weiter zu befördern, sondern jedermannnach seiner Wohnung gehen zu lasten; und in die-sem Falle sollte er sich aller königlichen Gnade zu ver-sprechen haben. Thamus, der wider diese vernünf-tige Antwort des Königes mit Bestände nichts er-wiedern konnte, war hiermit zufrieden. Er ver-kündigte dem unten versammleten Volke des Köni-ges Antwort , ermähnte sie nach Hause zu gehen,und begab sich in den Tempel der Sonne, wo-selbst er doch einige tausend Mann auf alle Fällezu seiner Sicherheit bey sich behielt.

Als