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I, kch diese Stelle ansehe, so ost glaub' ich eine» Strophe von den alten Bardenliedern vor Augen„ zu haben, die Tacitus, als der deutschen Spra-„ che unkundig, mit römischen Ohren angehört„ und also ganz mißdeutet hat. — Beym Anblick„ von Roms Legionen begannen die Deutschen zu,, singen:
„ Do iß de arge Kuz,, Dc uhs verödet düt Huß,
„ Do is schone vele Mans„ Kan dei der knastern ganz.
„ Woraus der Geschichtschreiber folgendes, heraus-» zog: ^
„ Tuilio origo Zenti»
,, Deu8 terrs eclitus,
„ Tuilionis ülius Älgnnus„ Lonclieor nokkN gcntis. "
Reimmannen lassen wir diese Auslegung verant-worten. Immer bleibt so viel gewiß, daß die Bar-den die Thaten der Helden besangen, und (nachdem Marcellin I, 15.) den Gesang mit der Leyerbegleiteten. Auch Diodor der Sicilier (B.V.)schreibt den Barden eine Art Leyer zu. Sehr kon-trastieren die friedlichen Lieder mit den Schlachtge-sängen der Deutschen. „ Mit Gesang, " sagt Taci-tus , „ gehn die Deutschen in's Tressen. Eine Gat-„ tung ihres Gesanges ist der Barritus oder Bar-„ ditus, wodurch der Krieger zum Streite ent-