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sich sagt er, daß in keiner Versart ein Reim vor-komme , und er zält nicht weniger als hundert sechsund dreyßig verschiedene Versartcn. Zur Bildungdes Nationalcharacters trug die Tonkunst viel bey.Unmittelbar stärkt harmonische Schwingung dieNerven. In seinen Reverien merkt der Marschallvon Sachsen mit Recht an, daß ohne Trommelund Musik die Beschwerlichkeiten des Krieges uner-träglich seyn würden. Lyrische Poesie kann bis zuprophetischen Aussichten begeistern. Hildegast, derin dem dritten Jahrhunderte lebte, war der Or-pheus der Deutschen. Wenn wir dem freylich nichtimmer treuen Tritthemius (Lnnsl. I.) hierin glau-ben dürfen, so war dieser Hildegaft nicht selten vonprophetischer Begeisterung ergriffen; die Söhneder Edcln unterwies er in der Tonkunst; er lehrtesie Heldengesänge; er zog die Franken aus demStande der Wildheit und machte sie bekannt mitden Künsten des bürgerlichen Lebens.
Nicht so edel und wohlthätig waren die späternBarden. Vielmehr erscheinen sie als Schmarozerund «käufliche Sänger. In vornehmen, oder auchnur reichen Häusern befand sich unter den Hausge-nossen immer ein Barde. Er lobte oder tadeltenach dem Gutdünken seines Gastwirths. *
* S. Georg Buchanans killt. 8cm. B. II. st 4 °.eält. krsncok. wie auch Vslerius in noch sättmmisnum. st y;>