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dreyzchn Kindern war unser Joh. Christian dasjüngste. Schon in der zartesten Kindheit, da ernur eben vernehmlich sprechen konnte, gab ihm derVater einen Candidatcn der Theologie, NamensMasius, zur Aufsicht. Dieser machte dem Knabenspielend Lust zur lateinischen Sprache. Nachdemer aber zu einem Amte befördert worden, nahm deralte Cuno, auf Empfehlung seines Freundes, desArchidiaeon Andreas Schmid, den bekannten,schlcsischen Dichter, Joh. Christian Günther, zumPräceptor ins Haus. Diesen gewann der jungeCuno so lieb, daß er sich bey seiner bald erfolgtenAbreist beynahe zu Tode grämmete. Im siebentenJahr erhielt er Zutritt auf dem Gymnasium, dasgraue Kloster genannt. Zugleich aber verschaffeihin der Vater immer noch sorgfältige Hausinfor-mation. Schon im zwölften Jahre war er ziemlichgefchikt in der lateinischen, und auch in der griechi-schen und hebräischen Sprache. Unter Joh. Leon-hard Ansehens Anleitung studierte er die Natur-lehre und Meßkunst. Bey dem vortreflichen Kunst-mahler Heinrich, Copetzkys würdigem Zöglinge,lernte er die Zeichnung und selbst Miniaturmah-lercy. In den Erholungsstunden beschäftigte ersich theils mit der Tonkunst, theils mit dem Stu-dium der französischen und italiänischen Sprache.
Als er dreyzchn Jahre alt war, erwekte derConrcctor Frisch seine Ehrbegierde auf eine ausseror-