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Leonard Meisters Characteristik deutscher Dichter : nach der Zeitordnung gereyhet / mit Bildnissen von Heinrich Pfenninger
Entstehung
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Krankheit, und darüber wurde seine kleine Börsevollends geleert. Er hatte zu viel Stolz, um seinerFamilie seine Noth zuklagen , und in ganz Amster-dam kannte er keinen Menschen, dem er sie klagenkonnte. In seiner Hcrberg machte er Bekannt-schaft mit einem französischen Flüchtling. Dieserverschafte ihm Arbeit bey Buchhändlern. Die ersteArbeit bestand in französischen Corecturen. Hernachtrug ihm der Buchhändler, Zacharias Rvmberg,die Verbesserung einer Handschrift auf, welche eineholländische Sprachkunst sey» sollte. Damals nochverstand er die holländische Sprache sehr schlecht;nichts desto weniger wägete er sich an die Arbeit.

Nach gänzlicher Genesung, als er wieder ausge-hen konnte, gab er Lcctivnen auf dem Klavier.Seine größte Stärke bestand im Violonzello, undes war kein "Concert, wobey man ihn nicht aufsu-chete. Lectionen gab er noch willig, aber auf Con-certen Geld zuverdienen, war gar nicht nach seinemGeschmacke. Indeß wurde er in kurzer Zeit zu Am.sterdam sehr bekannt. Ein gewisser, reicher Mannbedienete sich seiner Unterweisung in der Geopraphie;er bezahlte ihn freygebig und empfahl ihn auchandern. Die meisten Stunden des Tags warenbesezt. Eine dieser Stunden, in welcher er füreinen dortigen Meßkünstler Cartouchen und Wappenmahlte, brachte ihm täglich einen Thaler ein.Durch spar sinne Wirthschaft hoste er so viel znent-C -