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Von ihnen lerne, dass die SpracheDem Denken beygesellr, den Dichter ewigmache.
Es ist die Sprache nicht blos der Begriffe Kleid:Sie ist, erhaben zur Vollkommenheit,
Ein schöner Leib vielmehr, aus dem die Ho-heit blicket,
Die feine schönre Seele schmücket.
Versäume nichts was Richtigkeit und KraftUnd Reiz den todten Worten schafft!
Durch diese Wissenschaft drang einst derMeonide
Bis zu der Götter Ohr mit seinem ewgen Liede.Im Ausdruck glänzt Horaz durch eine weiseWahl,
Und Maro ist noch jetzt des Wohllauts Ideal.Wir aber großentheils,(ich sag’ es mit Erröthen,)Wir wollen ihre Spuren nicht betreten:
Und hoffen auf das Lob der Folgezeit;
Und fodern kühn Unsterblichkeit?
Umsonst! Apoll verkennt die zügellosenSchreyer:
Ihr Schimmer ist erborgt, und Rauch sind ih-re Feuer.