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Versuch Einer Mathematischen Historie / Verfertiget von Johann Christoph Heilbronner ...
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1 6 Cap. i. Von der Beschaffenheit

weit lebhaffrer gewachst werde (x) / und sie noch

über

Professores Matheseos die erste Gründe der Rechen-Kunst lehrten und also an keine höhere Mathematie ge-dencken dürfften. Man würde den Nutzen gar baldespüren / zumahl die Mathematische Wiffenschafften ineinem jeden Stand ihren grossen Nutzen haben. Zwarhat es nunmehr das Ansehen / als ob die Mathematieauf vielen niedrigen Schulen zugleich nebst den ander».Theilen der Gelehrsamkeit abgehandelt würde / und»scheinet die Hoffnung nicht vergebensznseyn/ daß in kur-tzem dieselbeauf allenniedrigeSchulensogutals die La-teinische Sprache einen Sitz erhalten werde/ wodurchalso die vorher angeführte Klage ihr Ende erreichtenund der Mathematie ihr gebührender Ort eingeräumetwürde. Sintcmah! dieselbe weit recht unter die ersteBuchstaben der Gelehrsamkeit gezehlet wird ; wie sol-ches mit mehrerm auß deß Frigid Wilhelmi Bier-jjngs Lineamentis Methodi studiorum Rentkln« 1711. 8.zusehen ist.

(?) Der beste Beweiß dieses Satzes ist dieErfahrung selbsten: Wenn man nemlich die Ma-thematic vorher gelcrnet hat und hernach sich selbstenprüfet/ ob man nunmehr geschickter sey die Wahrheitticffer einzusehen / und das Wahre von dem schcinbah-renWahren besserzu unterscheiden. Denn so wird manseichte dasjenige bekrafftigen / was Frodus in seinemCommentario in libr. I. Eudidis V0N der Wurlkung

dieser Wiffenschafft anführet; dessen Worte Oonradus

Dat^podius in Mathcrnaturn Pro theoria propositione III.j). 9. folgender gestalt übersetzet Hat opus , atque

officium hujus scientis quale sit , ä nomine sit mani-festum. Id nempe, quod insitam movet cognitionem, ,

& promit formas , qua: nobis secundum estentiam in-sunt : & aufert oblivionem , atque ignorantiam, quae |nobis ab ortu nostro innat* siint & solvit vincula,

,ou$ ab irrationabilitate proveniuut, ad Dei plane simi- i

litu da- f