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Versuch Einer Mathematischen Historie / Verfertiget von Johann Christoph Heilbronner ...
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Cap. i- Von der Beschaffenheit

dern nur etlicheAufgabe» erschnappet haben; wodurchsie aber nur schwülstig werden / und also den Laufder Mathematic hindern/ weil mancher/ der die Bios»fe solcher Leute einsehen kan/ davon abgeschrecket wird.Andere Lehrer der Mathematic wollen von der Ausü-bung gar nichts wissen und solche nicht würdig schätzen/daß sie solche nebst den Grund-und Lehr-Sätzen erklä-ren solten; sondern haben ihr gröstesVergnügen/wennsie nur die tieffsinnige Wahrheiten vortragen können.Ohnerachtet solche Männer den Titul einesci mit allem Recht verdienen und sehr hoch zu schätze«seyn / well durch ihren Fleiß die Mathematic grossenZuwachs erlanget/ so kan man sie doch nicht von allenFehlern loßsprechen / weil sie auch eines Theils durchihren Unterricht bey vielen verursachen / daß sie einenEckel vor der Mathematic bekommen / ich will nichtsagen/ baß sie dardurch den Nutzen dieser Wissenschasstum ein grosses verringern / da sie im gemeinen Lebenkeinen Vortheil bringen soll. Es wäre also zu wün-schen / daß sie das schwere mit dem leichten / und dieschwerere Lehr - Sätze mit nützlichen und anmuthigenAufgaben vermischten; Denn es nicht einem jeden ge-geben ist tirff verborgene Wahrheiten immerzu außzu-forschen ; Es wäre auch nicht gut/ denn so hätten wirwol die edle Wahrheiten auf dem Papier / aber wirkönnten keine Früchten davon gemessen / welches dochein Hauptstück unser« Endzwecks in Erlernung der Ma--thematic ist. Was aber die übrige anbelangt / welchedie Anfänger bloß aus die ausübende Mathematic wei-sen und z. E. nur einige Riffe/ eine Menge Mathema-tischer Instrumenten zeigen / die verursachen fürwahrder Mathematic einen grossen Schaben; Weil sie ent-weder solche Leute ziehen / die von vermeynter grosserWissenschasst aufgeblasen sich nicht zu fassen wissen/und andere kaum über die Achsel ansehen / und wennin einem Riß nur das geringste mit der Tusche oderFarben versehen ist/ die Grösse des Fehlers nicht hochgenug aufmutzen können/ und diejenige gleich vor grosseMathematicos erkennen/ welchen das Glücke einen gros«