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Versuch Einer Mathematischen Historie / Verfertiget von Johann Christoph Heilbronner ...
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vnb Nutzen der Mathematic.

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§. VI.

Da nun die Nothwendigkeit und der Nu-tzen der Mathematic von so vielen gelehrtenMännern gründlich gezeiget worden / und dietägliche Erfahrung solchen lehret. So könn-te man uns hier einwenden / wie es doch kom-me ? daß sie dennoch/ von so wenigen erlernetwerde. Wenn man aber bedencket/ was vorwichtige Fehler sowol bey Lehrenden als auch Ler-nenden insgemein vorgehen / so wird man sichnicht mehr wundern / daß die Mathematic beyvielen so schlechten Fortgang habe. Denn sofehlet zum öfftern bey den Lehrenden die Ge-schicklichkeit (r) oder die zu dieser Arbeit gchö-

rners seyn kan/ als die so höchst-nutzliche Wahrheitensich bekannt zu machen/und hernach andern darmitjildienen.

(0 Die Geschicklichkeit einer Lehrers der Mathe-matik bestehet darinnen / daß er die Eiaenschafften ei-«es Mathematici besitze/ (g.m.) und also seinenUnter-

S !it sowol den Grund der Mathematischen Wahr-/ als auch die Ausübung derselben und den Nu-tzen im gemeinen Leben zeigen könne. Man kan also jvmvoraus merckeu und lehret die Erfahrung selbsten/ daßgemeldte Geschicklichkeit nicht bey einem jeden / derdie-Mathematik zu lehren sich unterstehet / angetroffenwerde- Denn wir viele findet man nicht/ die etwa ei-nen oder den andern Theil der Mathematic ohneLu-sammenhana erlernet/ denen hernach die erlangteWts-senschafft so harte zusetzet/ daß sie nicht ruhen können/biß sie es wieder an den Mann gebracht haben. Undalso kan es nicht anders geschehen/ sie müssen wieder ih-res gleichen zeugen/ das ist/ solche/ welche weder denAnfang noch baS Ende der Mathematic wissen / stn-B * bern