§) Loth. u. erste Schwäb. Aön. 1125-1197. 55
der Krönung ihre Verrichtung hatten, sieben an derZahl waren; wie unter dieser Regierung (1184.) schonBöhmen als Erzschenk, Pfalz als Erztruchseß, Sach-sen als Erzmarschall , Brandenburg als Erzkämmerer,vorkommen.
Auf Friedrichs Person hatte man bey der Wahlvorzüglich darum Rücksicht genommen, weil seine Mut-ter Judith eine Tochter HenrichS des Schwarzen war,und also von ihm sich am ersten eine Vereinigung derMelfischen und Gibellinischen Parthey hoffen ließ.Diese Hoffnung schien auch in ihre Erfüllung zu ge-hen, da 1156. Henrich der Löwe Baiern wieder be-kam , und Oesterreich zur Entschädigung dagegen mitvielen Vorrechten zumHerzogthume erhoben wurde (a).
Bey seinem Römerzuge (1155.) verschmähte zwarFriedrich die Anträge der Römer, und ließ sich viel-mehr, dem bisherigen Gebrauche gemäß, von Adriandem IV. krönen. Er zerfiel aber doch bald mit diesemPabsie, und faßte den Vorsah, mit Herstellung derursprünglichen Hoheit eines Römischen Kaisers, womöglich ganz Italien unter seineBotmäfsigkeit zubrin-gen. Weil ihm dazu die Beschwerden über einigeübermüthig gewordene Städte in der Lombardey, in-sonderheit über Mailand, den ersten günstigen Anlaßzu geben schienen; zog er 1158- das zweyte mal, mit iizzeinem mächtigen Kriegsheere, über die Alpen, ero-berte Mailand ( 1158-Sept. 8-), und ließ schon diekaiserliche Hoheitsrechte aufeiner Versammlung in denRoncalischen Feldern mit Zuziehung vier Bonomscher
Rechts-
0 ) Genkenbeeg vom Gebrauche des uralten Teut-schen bürgerlichen uud Staatörechts (Franks. 1759- 8 .)
S. 123.
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