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Kurzer Begriff der Teutschen Reichsgeschichte / vom geheimen Justitzrath Pütter zu Göttingen zum Gebrauche in seinen Lehrstunden
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§. si. Ferdinand der II. 1619-16Z7. 129

Nur der Niedersächsische Kreis wagte es nochunter dem Könige Christian dem IV. von Dänemarkein Kriegsheer ins Feld zu stellen, bey dem sich auchChristian von Braunschweig und der Graf von Maris-seid wieder einfanden. Allein nach einigen Unfällen,die schon 162s. vorfielen, lief vollends der Feldzug 16251626. unglücklich ab. Denn der Graf von MaüS-feld ward (1626. Apr. 2s.) bey der Deffauer Brücke 1626von Albrecht von Wallenstein geschlagen; und nach-dem Tilly Münden und Göttingen eingenommen hat-te , brachte er den König selbst bey Lütter am Baren-berge zum Schlagen (1626. Aug. 27.), wo er einensolchen Sieg über ihn erfocht, daß er bald daraufMeister bis an die Ostsee wurde, und sogar in Schles-wig und Iütland eindrang.

Nunmehr wurden so gar Entwürfe gemacht, ei-ne kaiserliche Flotte auf der Ostsee auszurüsten, um so-wohl Dänemark als Schweden auch zur See angrei-fen zu können; in welcher Absicht Wallenstein schonzum Reichsadmiral auf der Ostsee, und nach einer wi-der die Herzoge von Mecklenburg erkannten Achkser-klärung selbst zum Herzoge von Mecklenburg ernanntwurde. Und dann erfolgte jetzt einschon lange imWer-ke gewesenes allgemeines RestitutionSedict (1629. Mär z 16296.), um alle in evangelische Hände gerathene geistli-che Stiftungen wieder auf katholischen Fuß zurückzu-bringen.

Nur eine Diversion, die jetzt nach RichelieusAnschlägen der König Ludewig der XIH. von Frankreichin Manwa machte, hatte die Wirkung, daß der Kai-ser (1629. May 12.) zu Lübeck mit Dänemark Frie-den schloß, und daß er auf eitlem Churfürstentage zuRegensburg (i6zo. Iun. 10 Der. iz.) sich be-r6zo

quemte.