112 Neuere Gesch. I) bis zum westph. Lr.
guemte, einen Theil seiner Kriegsheere nebst dem Ge-neral Wallenstein abzudanken, auch zu einem Compo-sitionStage Hoffnung zu machen, der wegen der Reli-gionssachen zu Frankfurt gehalten werden sollte.
Hauptsächlich aber war es einem zwischen Schwerden und Polen insgeheim von Frankreich vermitteltensechsjährigen Stillstände (1629. Scpt. zu ver-danken, daß Gustav AdolfKönig in Schweden, ge-gen den der Kaiser den Polen Hülfe zugeschickt hatte,und dessen Gesandten beym Lübeckischcn Congreß ab-gewiesen waren, jeßt die Waffen gegen den Kaiserergriff. Derselbe landete imJun. i6zo. aufderPom-menschen Küste, besetzte Stettin (Jul. io.), faßte inPommern und Mecklenburg festen Fuß, und zeichne-r6zi re (iSz i.Jan. i z.) zu Bärenwald einen Subsidien-tractat mit Frankreich. Weil die Churfürsten vonSachsen und Brandenburg Bedenken trugen, sich mitihm zu verbinden, so konnte er zwar nicht hindern,daß Tilly Magdeburg eroberte und zerstöhrte (i6zi.May io.). Er fand aber doch Mittel, nachdem erFrankfurt an der Oder (Apr. z.) erobert, und Cüstrinund Spandau besetzt hatte, bis über die Elbe vorzu-rücken. Und da Tilly selbst mit einem Einbruch in Sach-sen beide Churfürsten nöthigte, sich mit dem Königezu vereinigen; so gab diesem eine Hauptschlacht beyLeipzig (i6zi. Sepl. 7.) den Vortheil völlig in dieHände.
Nach diesem Siege setzte Gustav Adolf den gan-zen Winter hindurch seine Progressen bis Münchenund Landshut fort; aber der Churfürst von Sachsensäumte zu lange in Böhmen, wo er Prag schon denn.Nov. i6zi. besetzt hatte. Gegen diesen wandtesich deswegen zuerst der General Wallenstcin, der an