146 Neuere Gesch. Il) nach dem westph. Fr.
wittwete Churfürstinn von Sachsen, als des letztenChurfürsten von Barern Schwester, auf dessen Ällo-dialverlaffenschast Anspruch machte, dieserhalb aberder Churfürst von Sachsen, dem seine Frau Mutterihre Ansprüche überließ, sowohl als jene beide Herzo-ge den König in Preussen um eineVerwendung indie-' ser Sache ersuchten, der ohnehin das ganze Verfahrendes Wiener Hofes der Reichsverfassung nicht für ge-mäß hielt; so ließ sich, nach einer zwischen den Höfenzu Wien und Berlin vergeblich gepflogenen Negotia-tion, alles zu einem fürchterlichen Kriege an, den derKönig in Preussen zu Anfang Julius 1778- damit er-öffnete, daß er von Schlesien aus über Nachod inBöhmen einbrach, und eine andere Armee unter demPrinzen Henrich erst über Commothau, hernach überRumbnrg ebenfalls in Böhmen einrücken ließ. Eskam aber weder mit der bey Königinngraß verschanz-ten Armee unter des Kaisers eigner Befehlshabung,noch mit dem General baudon, den der Prinz Henrichgegen sich fand, zu einigem entscheidenden Gefechte.Daher mit Ende des Feldzuges beide Preussische Ar-meen, ohne daß sie sich hatten vereinigen können, ausBöhmen zurückkehrten.
Inzwischen kam es unter Russischer und Franzö-sischer Vermittelung zu neuen Unterhandlungen zuTe-schen, die erst einen Waffenstillstand, und endlich deni77y i z. May 1779. einen völligen Frieden zu wege brach-ten. Kraft dessen bekam Oesterreich von Baiern dieAemter Wildshut, Braunau sammt der Stadt diesesNamens, Maurkirchen, Freyburg, Mattighofen,Ried, Scharding, und überhaupt den ganzen AntheilBaicrns, welcher zwischen der Donau, dem Jnn undder Salza liegt. Alles übrige sollte künftig, wiebisher, bey Baiern bleiben, zu welchem Ende die