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Die Tageszeiten : ein Gedicht in vier Büchern / von Friedrich Wilhelm Zachariä
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4 Der Morgen.

Bringe inich i'tzt an die glänzenden Pforten des schimmernden Morgens!Laß mich sehen , wie ihm Aurora mit thauigtem FingerDie krystallnen Thore weit aufthut, und er in dem OstenAuf dem stralenden Wagen im Siegeöpomps daherfährt.

Um ihn stiegen die güldenen Stunden, die lachenden Freuden;

Und ein Perlenthau trieft von seinen purpurnen RädernAuf die Erde, die ausmacht, und ihren Bräutgam empfanget»

Du, mein theurer Gärtner, du Ehre der treuesten Freundschaft;Den das edelste Herz, auch ohne die schätzbarsten Gabe»

Deines schönen Geistes, erhübe; du, den oft die Briktische LauteDes unsterblichen Thomsons in mächkge Verzückungen hinriß,

Wenn du oftmals mit wallenden Freuden das Antlitz des Frühlings,Aus den blühenden Linden und dicken Castanien guckend.

Dich anlächeln sahest; und durch die Liebe beglücket

So durch die Liebe beglückt, als nur ein Sterblicher seyn kann;

Mit dem führendsten Herzen der Nachtigall Lieder gehöret:

Leih auch meinem Gesänge vom holden Frühling des TagesEin gefälliges Ohr, und lächle der Kühnheit Ermuntrung.

Siehe! die einsame Nacht winkt mit dem bleyernen ZepterZhrem schwarzen Gefolge, den traurigen Kindern des Schattens.

Sie verlassen den Himmel, und folgen eilig dem WagenIn die stillen Gefilde des Abends. Der schwarzgraue MantelDunkler streifichter Wolken, in den die Natur sich gehüllet,

Rollet sich plötzlich in langen wallenden Falten vom Himmel.

Zitternd