Der Morgen.
Sie bewundert der Knecht; und jagt mit wiehernden RossenIn die Felder zur Arbeit. Nun eilen blöckende HeerdenAus dem Dorfe die Trift hinauf; im Geklingel der SchellenHerrscht sie der braune Hirte mit Pfeifen und Schelten zur Weide,Nach den blumichten Angern, oder zum schatkichten Forste,
Und betäubt mit der Peitsche das Echo der schallenden Wälder.
Da indessen unedlere Heerden geschwätziger GänseSich, unwillig schnatternd , von einem Mädchen beherrscht sehn,Welches das schwanke Scepter von Weiden gebiekherisch schüttelt,Dem sie doch oft mit kühnem Fluge siegschreyend entwischen.
Alles wimmelt im Felde. Ein sroheö buntes Gewühle,
Von arbeitenden Menschen, von einzelnzerstreueten Heerden,
Das sich mit den wallenden Fluthen der Saaten vermischet,
Füllet den .wandernden Blick mit einem lachenden Wechsel.
Und itzt schläft noch der vornehme Städter ? und kennt nicht die Freuden.,Die vom Wagen des Morgens herab auf die Felder gesunken ?
Er sieht nicht das holde Gesicht der ermunterten Erde,
Die, in Thau gebadet, mit frischer Schönheit umhersieht?
Wie bedaurenswerth ist er ! In Dampf und Schmauche vergraben,Träumt er den Morgen vorbey; in Phantasien verwirret,
» Die von Dünsten des Weins, und hitzigem Blute geformet,
Schwarz und traurig in seiner Seele vorüberwandeln.
Und, ihr holden Schönen der Stadt! wie stießt euer LebenSo einförmig dahin! wie ist euch die Anmuth verhüllet,
Die