14 Der Morgen.
Laß dir die Lobgesänge von deinen Geschöpfen gefallen;
Auch von dem irrenden Wilden, der mit verbreiteten ArmenIm Gebete feuriger brennt, als jene Maschinen,
Die sich Christen nennen, und nur mechanisch dich loben ZMeine Seele zittert in tiefer Andacht am ThroneDeiner göttlichen Herrlichkeit, deren fernestc StrafenItzo die Morgensonne bekleiden; doch wenn meine HarfeDeine Wunder mit irdischen Tönen nicht würdig besinget:
So verstehst du doch Andacht, wenn ihr der Ausdruck auch mangelt.Niemals muffe der Morgen den wollichttn Osten bepurpern.
Daß mein Herz nicht zu dir in Sonnenstralen aufwalle,
Wenn auch die Lippe vor dir in heiliges Schweigen versinket.
Alles schimmert nunmehr von dem beseelenden Feuer.
Jede Thauperle blitzet im Kleinen das Bkldniß der SonneSpiegelnd zurück. Die muntern Blumen eröffnen sich duftendIn den frischesten Farben, und hauchen balsamsche Gerüche.
Laute vermischte Concerte von wilden Hymnen der VögelSchallen aus Hecken und Bäumen zurück; der Sperlinge ChöreZwitschern im Gipfel der Linde; da auf dem blitzenden DacheMit verbreitetem Schwänze die stolze Mohntaube gehet;
Um die bunte Geliebte buhlet, und Seufzer ihr murmelt.
Auch der Meyerhof reget sich wieder von Arbeit und Leben.
Iho kömmt die Dirne mit rothem vollen Gesichte
Zu dem krystallnen Brunnen, und wäscht den Schlaf aus den Augen.