24 Der Morgen.
Sieh! hier liegt das schuldlose Lamm, erst gestern von Wiesen,Wo es spielte, gerauöt, und unsrer Wollust geopfert !
Selber den mißlichen Stier, der mit geduldiger Arbeit,
Mit dem Seegen der Erndte den sandichten Acker gekleidet;
Hat der Landmann genommen, und ihn undankbar erwürget.
Ja, er nahm noch das saugende Kalb der blockenden Mutter;Uebergab es dem Meßger, und seinen tyrannischen Hunden, -Die mit wildem Gebell im Schrecken der knallenden PeitscheFern von seiner Heimath zur blutigen Schlachtbank es trieben.Auch die schüchternen Thiere des Waldes hat weder die Wildniß,Noch die fliegende Flucht vor blutigem Tode gesichert»
Den leichtfüßigen Hirsch hat doch die Kugel ereilet,
Und mit stolzem Geweih ihn von den Felsen gestürzet.
Ein unschuldiges Reh zeigt noch die blutige Wunde,
Welche das wüthende Bley durch seine Seiten geschlagen.
Aber flieh , o Muse, die ekelnde Wahlstadt ; und eileZu dem erfrischenden Anblick so vieler Krauter und Früchte,
Die in duftenden Haufen die Gärtnerinn um sich verbreitet,
Weit um sie her gießt sich der Geruch des schwelgrischen Sellri,Und die scharfen Dünste der Zwiebel. In sanfterem AushauchLiegt die niedere Petersilje bey Till und Lattuken.
Aromatsche Gerüche steigen von Thymians Bündeln,
Und von Bouketten des Majorans auf. Viel herrliche WurzelnLaden die Menschen zu ihrer gesunden einfachen Nahrung.