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Die Tageszeiten : ein Gedicht in vier Büchern / von Friedrich Wilhelm Zachariä
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Der Morgen.

Bey den länglichtcn Gurken liegt in vorzüglicher Schönheit,

Mit viel bunten Charakter» beziefert, die hohe Melone,

Welch ein sanfter mächtger Geruch verräth ihre Reise!

Nicht ambrosialischer waren die Früchte des Edens!

Laß den stolzen Kürbis in riesenmäßiger Größe *

Lauter Schaalel sich neben ihr blähn; das Auge des KennersSucht die sanftre Melone zu einer vornehmen Tafel.

- Welch eins Menge von güldenen Früchten verschüttet das Jahr nicht!Und wie konnte der Mensch zur Nahrung von Blut sich crniedern.

Zum Tyrannen der Thiere sich würgen, und Delikatesten,

Nicht mit Blute befleckt, verschmähn ? Indem ihn die ErdeMit der reinesten Nahrung überflüssig versorget;

Schreyt aus blutigem Lamme die Stimme der sterbenden Unschuld,

Und der zappelnde Stier seufzt über den Undank des Landmanns.

Ihr verderbten Lukulle, da nicht das Reh in der Wildniß,

Noch der Bewohner der Lust vor eurer Nachstellung frey ist;

So begnügt euch, für eure Tafel das Wildpret zu fällen;

Aber jagt nicht den Hirsch mit einer unmenschlichen Freude,

Im Getöne des Jagdhorns verfolgt, mit grausamen HundenDurch die klagenden Wälder, und durch die erschrockenen Haiden,

Bis er auf den Tod erhitzet, ohnmächtig dahinfällt,

Und sein unnützes Wildpret tyrannische Hunde belohnet.

O! ihr Großen der Erde, gewöhnt nicht den künftigen ErbenWeiter Provinzen zur grausamen Jagd, damit nicht die Menschheit,

D Und