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Der Mittag.
Sprach sie mit heißer beflügelter Angst. Ihr Daphnis erblaßteBey dem Anblick der Schlange, die ießo mit Zischen die Flucht nahm.Schleunig eilte das tödliche Gift zum klopfenden Herhen,
Ob er gleich bemüht war, es aus der Wunde zu saugen,
Ihre Purpurlippen verbleichten; anf blühenden WangenStarben die Rosen der Schönheit; ihr Haupt sank unter die Blumvi,Einer abgemähten Lilie gleich, in die Nacht hin.
Kaltes Entsetzen machte den armen Daphnis zur Säule.
Und nicht lange so fiel er, von eben dem Gifte durchdrungen.
Welches die zarten Adern von seiner Daphne zerwühlet.
Und das unter dem Saugen mit seinem Blut sich vermischet.
So erblaßte das zärtlichste Paar ^ Die Nymphen des WaldesWeinten lange Zeit über der Urne der treuen Verliebten,
Uud noch oft wiederholte das Echo: Daphnis und Daphne!
Glücklicher Erdstrich! in welchem der Mittag gemilderte PfeileAus dem Köcher der Sonne verschießt; in welchem nur seltenSolche tragischen Scenen den süßen Schlummer vergällen.
Der in schwülen Stunden im Schatten der Linden uns einwiegt.Wenn wir nicht so beglückt, wie das gewürzreiche Ceylon,
In Limonenhainen, und Zimmetwaldern einhergehn;
So sperrt auch nicht in unsern Fluren die scheußliche SchlangeIhren Riesenschlund auf, der selber den Tyger verschlinget.
Glühn nicht unsre Gefilde von paradiesischen Aepfeln,
Die Italiens Felder vergüten; und duften Orangen
Nicht