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Der Abend.
Gemmingen, dir versucht das dorische Lied zu gefallen.
Und die Muse singet um deinen Beyfall von neuem.
Du, der Stolz ihrer Lieder, hast ihr dein Lob nicht versaget,
Als sie mit edler Freyheit die Bande der gothischen ReimeMuthig abwarf, und sich mit ungebundenen SchwingenVon den Sklaven erhob, die ihre Fesseln nur ehren.
Und in schnöder Knechtschaft vom Reime Gedanken erbetteln.
Laß dich itzo von ihr unterhalten, indem dich der Abend
Von dem Archontischen Stuhl, uud von dem Geräusche desVorsaalö,
In die dunklen Spatziergänge ruft; und Ruhe der Seele
Von dem lachenden Himmel auf den SpaHiercnden schüttet.
Wenn die Sonne nunmehr die müden schnaubenden PferdeNach dem Ocean lenket, und mildere Stralen herabschießt;
Wenn der Wanderer seinen riesenlangen SchattenHalberstaunt vor sich her steigen sieht; und dunkler die WiesenUm das Dorf sich verbreiten; und ferne waldichte BergeMit dem blauen Rücken die kürzern Prospekte verschließen;Alsdann guckt schon der Abend mit seinem stillen GefolgeUeber den Horizont hervor. In dichteren Wolken,
Welche rund um den Himmel sich setzen, verbirgt er sein Zepter;Bis die Monarchinn des Tages die westlichen Felder des HimmelsIhm übergiebt, und eilet, sich in die Wellen zu tauchen.
Dann ertönet die Abendglocke vom glänzenden Kirchthurm,
Dessen schlechtes Dach die Sonne mit Gold überdecket.
Dem