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Die Tageszeiten : ein Gedicht in vier Büchern / von Friedrich Wilhelm Zachariä
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80 Der Abend.

Sank er zulezt ganz kraftlos, und ausgeweinet in Ohnmacht.

Aber auf einmal hielt sein Wagen; die Stimme des WeinensDrang in sein horchendes Ohr; mit ängstlich beflügelten SchrittenTrat ein Mädchen zu ihm, und sagte folgende Worts:

„Wer du auch seyst, so wird doch gewiß dich das Mitleid bewegen,„Ein unglückliches Kind zu erretten, das mit mir, verirret,

„ Kraftlos vöm Gehn erliegt, und hier im Felde sich ängstigt.

„Auf dem ersten Dorfe wollen wir gern dich verlassen,

„Und zu den Unsrigen kehren, die uns mit Schmerzen erwarten."Also sprach sie. Der Jüngling, der mit parteyischem HasseUeber das andre Geschlecht ißt heftge Verwünschungen dachte; .Konnte doch nicht das Gefühl der edelsten Menschheit ersticken,

Und erlaubte , die Schöne nach seinem Wagen zu bringen.Ohnmächtig starb sie hier weg in den Armen der treuen Gefährtinn,Die mit den lautesten Klagen ihr feindliches Schicksal beweinte.

Aber wer kann die Scene beschreiben, als endlich die Herberg'

Ihnen beym Glänze der Kerzen das seltenste Schauspiel entdeckte!Seine gerettete Schöne sah hier der erstaunte LucrnvsrIn dem Arm ihres Mädchens, doch blaß und kalt und ersterben.Lange lag er zu ihren Füssen in tiefer Bezaubrung,

Bis das Leben, zurück von seinen Küssen gerufen,

Ihr die Augen aufthat, und sie den Geliebten erkannte.

Halb noch in Ohnmacht glaubte sie fest, im Thale des TodesBloß den Schatten von sich, und ihrem Lucindor, zu sehen.

Aber wie groß war die Freude, da sie zulezt sich erhohlte,

Und überzeugt ward, daß sie allein für Lurm-om noch lebte!