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Die Tageszeiten : ein Gedicht in vier Büchern / von Friedrich Wilhelm Zachariä
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' n8 Die Nacht.

Zärtlich um seine Stelle vcrwcinet, und nie seinen LippenEtwas mehr, als Moments mori, zu reden verstattet.

Wenn ißt die Stadt und das Land, im tiefsten Schlafe begrSorgenlos schlummert; wacht oft die frecheBosheit zum Schaden.Daß sich das grimmige Raubthier aus seiner Höhle herausmacht,Und in den schrecklichen Wüsten der bkutbcgicrige LöweIHt nach Blute brüllet ; und daß aus unseren WäldernHeulende Wölfe nach Beute die kahlen Halben durchirren;

Dieß vergiebt die Natur dem angebohrnen Instinkte.

Aber daß Menschen noch mehr, als rasende Raubthiere, werden,Was entschuldiget das? und wie ists möglich, daß LasterAlles Gefühl von Menschheit aus menschlichen Herzen verbannen?Mit der Finsterniß wagt sich nunmehr der kühnere RäuberAus dem innern Gehölze; durchstreift die öden Gefilde,

Schwärmt um den Edelhof her, und macht die wachsamen HundeDurch das ganze Dorf bellen. Die ängstlich fürchtende SchöneZilterd auf ihrem Lager die schwarzen Stunden vorüber.

Jedes kleine Geräusch scheint ihr ein Zeichen des Einbruchs;.Bringet vor ihre geängstete Seele die Bande der RäuberScheuslich verlarvt, mit Dolchen und gottloser Frechheit bewaffnet.Jtzo wünscht sie sich ärmer und weniger vornehm! die StädterScheinen ihr iht in sicheren Mauren beneidenswerkh glücklich.