Die Nacht. ' 129
Tausend Sonnen führt ißt die Nacht in mäandrischen TänzenAn dem Himmel für Weise herauf; die klingenden SphärenSchallen durch den Olymp; der Morgensterne GesängeReißen die Seele hinauf zu ihrem allmächtigen Schöpfer.
Ist auch Ein Gedanke mehr fähig, die staunende SeeleMit dem größten.Begriffe von Gottes Hoheit zu füllen,
Als unendliche Zahlen von Erden, von Monden und Sonnen,
Die in harmonischen Kreisen nach seinem Winke sich lenken?
Selber die Muse bebet, eh sie mit wagenden FlügelnUnter viel tausend tausend Systeme von Welten sich mischet.
Denn wer kann sie zehlen? Der allerkühnste GedankeReist unendliche Zahlen von Erd- und SonnendurchmeffernAber er reiset ohn' Ende; fällt sinkend, und würde versinken,
Wenn nicht die Allmacht zurück nach seiner Hcimakh ihn brächte.
Er, der auf seinem Fluge die Hymnen der Sphären vernommen.
Der die Lobgesänge von so viel Welten gehöret;
Darf auch Er noch es wagen, mit einem stammelnden LiedeDich, den Schöpfer und König so vieler Himmel, zu grüffen?
Wie verschwand nicht unter dem kühnen Fluge die Erde,
Da ich von Sonne zu Sonne die goldne Leiter hinaufstieg,
Welche zum Throne der Gottheit leitet; von welcher die ErdeNur die unterste Staffel mir schien! Wie sank nicht der Hochmuth,
Der vermessen sonst dachte, dieß alles sey nur für den Menschen.
Aber ißt steh ich ganz Verwunderung vor dir; mein Antlitz
Neiget sich, Herr, in den Staub, denn ich bin Staub und von Erde.
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