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Die Tageszeiten : ein Gedicht in vier Büchern / von Friedrich Wilhelm Zachariä
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Die Nacht. izr

Ueber den halben erstorbenen Welkkreis mit bleyernem Zepter.

Völlig ist nun die Scene des prächtigen Tages geschlossen!

Morgen ward vom Mittag verschlungen, und Mittag vom Abend;

Alle von der gebietenden Nacht, die ehmals vor ihnenUeber die Erde geherrscht, als keine Sonne noch stralte.

O! wie todt ist der Wald.! wie todt die öden Gefilde!

Und wie todt ist das Dorf! wie todt die prächtigen Städte!

Schreckliche Pause der bangen Natur! Erweckendes VorbildVon der allgemeineren Nacht, die nach viel Aeonen'Wenn einst der größere Tag des Himmels zum Ende sich neiget,

Alle HimMel und Welken verschlinget, und über die TrümmerDer Natur ihr Gezelt aufschlägt, und unbeschränkt herrschet,

Wie sie noch vor der- Schöpfung über das Chaos geherrschet.

Nahe dich hier, du, meine melancholische Muse,

Die du so gern in der heiligen Nacht die silbernen Saiten

In der Einöde rührest, oder mit irrendem Fuße

Dich nicht scheuest das Grab zu besuchen, wo Dunkel und Schrecken

Um dich flössen, und kalte Schauer des Todes dich faßten.

Schaue hinab in die Nacht der allgemeinen Verwüstung,

In die große schreckliche Nacht, das Grab dieser Schöpfung!

Hast du noch Muth genug, mit einem verwegenen FlugeDurch unabsehbares Dunkel zu wallen, wo niemand dich leitet?

Wo auf deinem Pfade der kleinste Lichtstral nicht schimmert;

R2

Wo