Band 
[Erste Abtheilung.]
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IX
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IX

Vorrede.

daß sie fähig waren, die Welt mit Nutzen zu besehen. Er gieng zuerst mit ih-nen im Jahre 1727 nach Tübingen, und begab sich daselbst in das Haus desdamaligen Oberhofgerichts-Präsidenten, Obervogts und Oberhofmeisters von demLo 1 Ie§io Mutkri zu Tübingen, und nachmaligen Hochfürstlich Würtembergi-schen Gcheimden Rathspräsidenten, Freyherr»' von Fovstner. Die großeStaatswissenschaft desselben mußte ihnen bey der täglichen Tischgesellschaft noth-wendig eben sowohl zu vielem Vortheile gereichen, als der öffentliche Unterrichtder berühmtesten Lehrer. Sie verblieben in Tübingen anderthalb Jahre, undtraten im April des Jahres 1729 diejenige Reise an, welche meinem Freundeso rühmlich als Vortheilhaft gewesen ist. Sie durchreiseten den obern Theil vonDeutschland, die Schweiz und sonderlich Italien, welches von undenklichenZeiten her als der rechte Sammelplatz von sehenswürdigsten Seltenheiten an-zusehen war. Im Monate Junius des folgenden Jahres kamen sie zu Wienan, und die häufigen Merkwürdigkeiten dieser kaiserlichen Residenz unterhieltdrey Monate lang ihre Aufmerksamkeit. Der Name eines so erlauchtenStaatsministers, als der Freyherr von war, verschaffte ihnen

allenthalben den sichersten Zutritt, so daß sie den wahren Endzweck ihrer Reiseglücklich erreichen konnten. Sie besahen hiernächst die vornehmsten Städte inOber-Ungarn, Böhmen und dem übrigen Theile von Deutschland. Lothringenöffnete ihnen im Jahre 1731 den Eingang in Frankreich. England aber unddie Niederlande machten den Beschluß einer Reise, ohne welche die gegen-wärtige Reisebeschreibung niemals würde zur Wirklichkeit gekommen seyn.

Mein Freund hatte auf seinen Reisen die glücklichsten Proben einer sel-tenen Gelehrsamkeit und großen Erfahrung abgeleget. Es fehlte ihm daherauch nicht an ansehnlichen und zum Theil fürstlichen Anerbiethungen zu denwichtigsten Ehrenftellen.. Allein die ganz außerordentliche Huld der beydenFreyherren von BMisitorf, und die Ruhe und Gemächlichkeit, die er unterihrem Schutze den stillen Musen wiedmen konnte, schienen ihm weit vorzügli-cher zu seyn, als aller äußrer Glanz, welcher die blöden Augen der Sterblichenzu blenden pflegt. Er schlug in dieser Absicht alle auswärtige noch so vortheil-hafte Bedienungen standhaft aus. Als der jüngste Herr Baron von Sr.

b Kö-