Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
342
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Umfang desGebiethesvon Lucca.

Anzahl derEinwohner.

GefährlicheNachbar-schaft anFlorenz.

Wapen.

Regierungs-

form.

Truppen.

Größe derStadt.

Handlung.

D

A42 xu. Brief. Anmerkungen

«44» «41» «44» «4k» «41» «41» »41» 444» «41» »14» «41» »44» »44» »44» »41» «44» «44» «44» «41» «44» «44»

Ein und vierzigstes Schreiben.

Anmerkungen von Lucca und Pistoja.

^ie Republik Lucca hat etwa» dreyßig italienische Meilen im Umfange, das Land aber^ ' ist wegen seiner Fruchtbarkeit, wie auch guten Regierung dergestalt bebauet lind mitEinwohnern besetzet, daß man in der Stadt und denen dazu gehörigen hundert undfünfzig Dörfern über hundert und zwanzig taufend Menschen, davon dreyßig tausend dieWaffen tragen können, rechnet. Dieser Umstände ungeachtet, muß dennoch ein auswärti-ger Schutz immer das beste thun, um ihre Freyheit gegen die Großherzoge von Florenz,welche den Staat von Lucca mit ihren Ländern ganz umzingelt haben, in Sicherheit zu stel-len. Verschiedene Unternehmungen der Großherzoge haben schon gezekget, daß es ihnennicht an Appetit fehle, diesen schönen und ihnen so bequem liegenden Strich Landes mit ihremübrigen Gebiethe zu vereinigen, und der Republik Lucca das Schicksal wiederfahren zu lassen,welches Florenz, Siena und Pisa betroffen hat; es fehlet auch nicht an Gelegenheiten, Hän-dck anzufangen, indem es nicht nur wegen der Gränzen und andern Gerechtigkeiten zwischenzween so nahen Nachbarn immer etwas zu streiten giebt, sondern auch Lucca die mediceischenPrinzen nur für Großherzoge in Toscana, nicht aber von Toscana, wie diese es fodern,erkennen will. Die innerliche Einigkeit ist bey solcher Bewandniß eines der vornehmstenStücke, auf deren Erhaltung die Republik bedacht seyn muß, wenn sie die angenehme Frei-heit, mit deren Losungsworte auch ihr Wapen und dessen Abbildung an den Thoren undöffentlichen Gebäuden, wie auch auf den Münzen pranget, auf die späten Nachkommen fort-pflanzen will. Das oberste Regierungscollegium besteht aus einem Loukaloniere oderDoge und neun Senatoren, welche säinmtiich aus dem großen Rathe genommen werden, undalle zween Monate abwechseln. Die LonliAllvri, so auch ^nriani genennet werden, führenden Titel von LxcellentMmis, und wohnen aufUnkosten -es Staats, so lange ihre Bedie-nung dauret, in dem Pallaste der Republik, woraus sie bey erfodernden Umständen ihrerPrivatangelegenheiten nicht anders als incoZnito und in bedeckten Tragsesseln 'gehen. DerDoge kann uicht eher, als nach Verlauf von sechs Jahren wieder zu der höchsten Würdeerhoben werden. Außer diesem kleinern Rathe ist noch ein größerer von hundert und dreys-sig biodili und hundert und zwanzig Bürgern, welche alle zwey Jahre abgewechselt werden.Die Wache des Loukalouiero und innern Raths besteht itziger Zeit aus sechs und sieben-zig Schweizern, und die übrigen regulirten Truppen des Staats belaufen sich auf fünf hun-dert Mann. Die ordentlichen Einkünfte der Republik betragen viermal hundert tau-send Scudi.

Die Stadt hat drey italienische Meilen im Umfange, lind ihre Befestigung bestehtaus eilf Bastionen, die nebst andern Werken anitzt mit zweyhundert und achtzig Canonen be-setzt sind. Der Wall ist angenehm und allenthalben mit vierfachen, an etlichen Orten abernoch mit mehrern Reihen Bäumen bepflanzet. Die Gegend, worinnen die Stadt liegt, isteine schöne Ebene, welche um und um mit Gebirgen beschlossen wird. Die Nahrung derEinwohner kömmt von der Handlung, Seidenwaaren und andern Manufacturen, in derenAnsehung die Stadt auch den Namen von inäuflriols erhalten hatr Das hier wachsendeOel und die Oliven (von der kleinen Art) werden für die besten in Italien gehalten, und zie-hen