von Pisa.
darinnen befindlichen Kräuter herausgegeben, und findet man in solchem Werke Nachrichtvon fünf tausend Pflanzen, davon sechs und achtzig der vornehmsten mit fünfzig Kupferblät-tern erläutert find.
In der Naturalienkammer, die sich bey diesem medicinischen Garten befindet, bemer- Naturalien-ket man unter andern einen Korallenzink, der auf einem Todtenkopfe gewachsen, und zwey kammer.Stücke Krystall, in deren einem ein Tropfe Wassers herum lauft, in dem andern eine Fliege Tropfe in ei-eingeschlossen ist. Bey dem erstgedachten Krystalle erinnere ich mich der von Christo beym nein Krystal-Grabe Lazari vergossenen Thräne ö), welche den Benediktinern zu Vendome vieles Geld leeinbringt, eigentlich aber nichts anders ist, als eine solche an sich selbst curieuse Wirkungder Natur, dergleichen auch Claudius zu Gesicht gekommen, und ihm zu folgenden arti-gen Versen Gelegenheit gegeben hat: Epigramma.
Lolibns inciomitum placier l^Ipina riAorenaLumebsl, ninno j-nn pretivla Aeln.
I^lec pokuit toto mentiri corpore Aeinincun,
Lest rneäio manlit proäitor orbe latex.
^uäkn; lronor; liguiäi crslcnrN luiracula laxi,conservst« plu» nwrniliis aguT.
Den Irrthum der Alken, da sie dem Krystalle einen gleichen Ursprung mit dem Eise zuschrie-ben, habe ich anderwärts schon berühret, vermeyne auch zu anderer Zeit berichtet zu haben,wie in des Chev. Sloane Kabinette zu London ein Amethyst, worinnen ein Tropfe Wasserwahrzunehmen ist, gezeiget werde.
Auf den kleinen Silbermünzen der Stadt Pisa zeiget sich das Brustbild der heil. Ma- Münzen,ria mit einem Schleyer und der Überschrift: Luper omneb lpeciolä. Auf der andern Sei-te sind die Worte zu lesen: Lölpicc kilg 8 .
Von Pisa bis Lucca sind zwölf italienische Meilen und die Wege überaus angenehm, Weg nachabsonderlich, wenn man bey trockenem Wetter nicht nöthig hat, über den Berg St. Julian Lucca.zu reisen, sondern in dem ebenen Grunde bleiben kann, allwo das Land in viereckige Feldervertheilet und mit angenehmen Aleen besetzet ist, um deren Bäume die Weinreben sich sol-chergestalt schlingen, daß ihre obern Enden sich vereinigen und mit ihren umwundenen Ran-ken oder kcllons sich wieder herunter lassen. Zur Sommerszeit und im Herbste kann nichtsangenehmer, als dieser Weg seyn, zumal da der Berg, welchen man stets zur rechten Seitehat, dicht mit Oelbäumen und hohen Cypreffen bepflanzet ist. Obgleich die Winter in die-ser Gegend nicht gar gelinde sind, und es auch itziger Zeit etliche Nächte her dergestalt gefro-ren hatte, daß das harte Erdreich in den Wegen, wohin die Sonne ihre Stralen nicht wer-fen konnte, auch den Wagen ohne nachzugeben trug, so fanden sich doch viele Felder mitFlachse besäet, welcher in frischem Wachsthums stund, und über eine halbe Elle hoch war. FlachsbauEr kömmt im May zur Reife, und muß es eine sonderbare Art seyn, welche dergleichen im Winter-Frost vertragen kann. Auf andern Feldern traf man noch weißen Kohl und große weißeRüben an.
Lucca, den 22 Jenner
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S) Wider diese Fabel hat selbst ein Katholik, I'NILA.L genannt, geschrieben. '
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