von des Großberzogs zu Florenz Hofstaate, Pallasten rc. Z49
„Vater hergehen nächst denen Cavalieren, welche mit voraus hinunter gehen würden.
„Wann sie ins Schloß kommen würden, sollte der Großherzog nebst seinem Prinzen Ihre„Königl. Hoheit nach der Prinzeßinn Gemach, woselbst der Ball angestellet, begleiten, von„bannen wollten Ihre Königl. Hoheit, wann sie sich dort eine Weile aufgehalten, die alte„Großherzoginn besuchen, und sich nachgehends bey dem Balle wieder einsinden, des andern„Tages aber ohne einige Aufholung oder zum Großherzoge kommen, welcher dieselbe„weder empfangen noch begleiten sollte. Von bannen wollte er durch des Großprinzen Ge»
„mächer, woselbst sie denselben antreffen würden, ohne sich dort aufzuhalten, mit dem Groß-„prinzen zu seiner Gemahlinn gehen, woselbst eine Versammlung von Damen seyn würde rc.
- - Ich habe, (fahrt der Herr von Ahlefeld fort) nicht hindern können, daß der Groß»
„herzog mit seinem Hofstaate und Garde, wie er in der Stadt zu fahren gewohnt, nach Ihrer„Königl. Hoheit Wohnung kam, weil man doch sonst durch das Compliment das mcoAniro„genug behauptete. - - Ich habe auch darüber kein Bedenken gemacht, daß IhreKönigl."
„Hoheit in dero Logiment dem Großherzoge die Hand geben sollen, weil meines Ermessens„man ihm als einem souverainen Herrn, welcher mit den Churfürsten in einem Grade zu seyn„prätendirt, insonderheit in seiner eigenen Residenz und bey dieser Gelegenheit, hievon keine„Dispute machen könne. - - Bey der Lnteevüe und sonst gab der GroMerzog Ihrer Kö-„nigl. Hoheit den Titel von Steile Kovale, und gaben sie ihm hingegen, ungleichen auch dem„Prinzen den Titel von ^liesse, weil solches von dem Marquis Vitelli sehr verlanget ward,
„und Jhro Königl. Hoheit um so weniger abschlagen wollen, weil sie incoAnito waren, und„man anführt, daß der Kaiser vor diesem zu Wien den Prinzen von diesem Hause solchen„gegeben» „
Die Großherzoge von Florenz haben sich in Deutschland vermittelst einer zu Anfange Wie sich diedes vorigen Jahrhunderts abgeordneten Gesandtschaft, (deren Reise Daniel Eremira auf Großherzogeeine den Deutschen gar nachtheilige Art beschrieben hat) eine große Etiquette oder ein Cere- ^jmCc'moniel, wie sie es selbst nur verlangten, zuwege gebracht. Die deutschen Fürsten sahen die er-
Absichten des fiorentinischen Hofes nicht ein, und weil sie sichs für eine Ehre achteten, von worden,auswärtigen Prinzen Gesandtschaften zu bekommen, so wußten sie den Abgeordneten kaumGepränge genug zu erweisen. Die ehemalige Wohnung der Herzoge, oder il pslarro Vcc-cbio, liegt an einem großen Markte, la ciel (nsn-Oucs genannt. Das erste, was Väußerlich daran in die Augen fallt, ist ein über das Gebäude hervor steigender Thurm, so Vecckio.an einem Orte etwas breiter als seine lniis, bald aber wieder von einerley Gehalt mit ihrwird. Sein oberster Gipfel ruhet auf vier Seulen. Welcher von diesen zween Umstän-den verursachet habe, daß man ihm den unverdienten Namen turris aö'ria beygeleget, ist mir Dürr» s'cr».unbewußt. Unter seinem Stundenzeiger ist eilte Laterne verdeckt, so des Nachts mit ihremScheine durch die ausgeschnittenen Ziffern, worauf der Weiser steht, auch im dunkelndemAuge die Zeit und Stunde zu erkennen giebt.
Bey dem Eingänge zeiget sich die marmorne Statue des Herkules, welcher Cacum Statue Her-überwindet. Beyde sind in mehr als natürlicher Größe, und von der geschickten Hand des kules.Baccio Bandinelli. Gegenüber hat Michaele Angelo Buonarota den über Goliath siegen- Goliath,den David gleichfalls in weißem Marmor vortrefflich vorgestellt. Man findet ferner zweenveo» Derminos, in der Mitte des Hofes einen Springbrunnen aus Porphyr, auf welchem vü Dermi-ein vom Andrea Verochio aus Metalle verfertigtes Kind, so einen Fisch drückt, steht, undnoch eine Statue des Herkules, wie er Cacum umbringt, deren Meister Vincenzio Rossr da Herkules.Fiesole, ein würdiger Lehrling des Bandinello ist. Oben in dem Pallafte ist ein Saal,
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