Treffliche
Wachsar-
beit.
Vorstellungder menschli-chen Verwe-sung.
Mathemati-sche Instru-mente. «
Magnet.
Optische
Zeichnungen.
Hermaphro-
dit.
z6c> XI.II. Brief. Nachrichten
Ebenholze in Ostindien gemacht werden, bemerket, wenn man solche gegen die europäische Ar-beit aus Ebenholze halt. Was aber obgedachtcS Werk anlanget, so ist solches inAugspurgverfertiget, und gleicht dem äußerlichen Airsehen nach einem Castell oder Schlosse, das ver-schiedene Pforten hak. Oben ist es mit einer Uhr, und unten nnt einer Orgel versehen.Innen und außen hat Bruggel die vornehmsten Geschichte des Alten und Neuen Testamentsaus kostbaren Steinen klein und vortrefflich gemalet. Wenn man die eine Thür eröffnet,zeiget sich ein anderes bewegliches Werk, dessen vier Seiten genau in Augenschein genommenzu werden verdienen. Die erste stellt eine Landschaft und Vögel aus kietre connnelle vor,die andere zeigt die Abnehmung Christi vom Kreuze in wächsernen bas-relicsss, so nach den:Modelle des Mich. Angelo Buonarota gemacht sind. An der dritten sieht man den Heilandmit den zwölf Aposteln aus Bernstein, und ist jede Figur einen halben Fuß hoch. Die letzteSeite bildet die Kreuzigung Christi gleichfalls aus Bernstein ab. Dieses Kabintt vonEbenholze wird zusammen auf sechszig tausend Thaler geschähet.
Von hier kömmt man in eine Kammer, in welcher die Anatomie eines menschlichenKopfes aus Wachs zu besehen ist. Ueber derselben hat Cajetano Julio Zummo, ein sicilia-nischer Geistlicher, dev-auch eu mi^ngrure dabey gemalet ist, die Verwesung der menschlichenKörper gleichfalls in Wachs vorgestellet. An der Seite dieses Werkes sitzt Saturnus alsdie Zeit, so ein altes Manuscript in Folio von Wachs und mit zerrissenen Blättern zu seinenFüßen liegen hat. Den Anfang der betrübte» Vorstellung machet eine erblaßte Weibeö-person, bey welcher ein anderer Körper liegt, so schon anfängt gelb zu werden. Hierauffolgt ein Kind, welches mit seiner blau und gelb unterlaufenen Haut zu erkennen giebt, wiees der Verwesung schon um einen Grad naher gekominen. An dem vierten Körper zeigensich schon aufgebrochene Beulen, in deren röthli'chen oder blutigen Geschwüren und Eyter klei-ne Würmer herum kriechen. Andere darauf folgende Leichname zeigen, wie ferner die Wür-mer und Versaulung mit dem Menschen umgehen, und endlich ein fürchterliches Gerippeund bloße Knochen daraus werden. In der Mitte der Perspective ist es nicht anders, alswann eine Spinne ihr zartes Gewebe gezogen hätte. So unangenehm der menschlichen Ei-genliebe ein solcher Schauplatz ist, so vortrefflich ist hingegen die Arbeit, welche alles in klei-nen ausdrücket, und kann man sich kaum müde daran sehen. Gegen über hat eben dieser Künst-ler die verschiedenen Wirkungen der Pest auf gleiche Art abgebildet.
In dem folgenden Zimmer werden mathematische Instrumente, Brennspiegel, die un-terschiedenen der Asfl'onoiuoruni z. E. ptolomai, Copcrnici, Tpchsnis rc. und
zween Alobl (ein torreliri« und cceleil^ so über acht Fuß im Diameter haben, aufgehoben.Ein allhier hängender orientalischer Egnet, der einen Fuß lang, zween bis drey Zoll dickund ungefähr sechs Zoll breit ist, soll vierzig Pfunde heben ; er wird aber nicht in dieser Ue-bung unterhalten.
Unter den optischen Merkwürdigkeiten finden sich viele Köpft und Tropus oder Sie-geszeichen von Standarten, Fahnen, Spießen rc. auf einer Tafel abgebildet; wenn man sol-che aber anderthalb Fuß davon entfernet durch ein Glas und Tubum ansieht, kömmt dasBildniß des Großvaters vom ihigen Großherzoge heraus. An den Wänden dieses Saalessind die Länder des Großherzogs abgemalet.
Ferner zeiget man in einem Zimmer viele auserlesene Gemälde, Bildhauerarbeit vonMarmor und bronLv, nebst andern Dingen, welche zwar von großem Werthe, dennoch abernicht so kostbar sind, daß sie in der Dribuna einen Platz verdienen. Unter andern zeiget sicheine liege»,de Weibesperson cum membro virüi oder Üermspkroäke aus weißem Marmor,
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