von des Großherzogs zu Florenz Hofstaate, Pallasten rc. Z59
In dem folgenden Gemache ist die Stadt Livorno mit ihrem Hafen aus zusammenge- xjyorno insetzten kostbaren Steinen auf einer Tafel vorgestellet. Der l-apis l-aruli dienet um das florentini«Meer abzubilden, und ist das ganze Werk, so eine Einfassung von Achat hat, sehr wohl ge- scher Arbeit,rathen, ob es gleich schon vor hundert Jahren verfertiget worden. Indessen würde dieses Verglei-Stück nicht nur seines gleichen finden, sondern auch in vielen übertreffen werden, wenn das chunc, mit ei-kostbare Werk, woran der Landgraf von Heffen-Cassel nun schon über Zwanzig Jahre lang nem Werkezu Caffel arbeiten läßt, zu Stande kommen sollte. Es wird solches die Festung Rheinfels Zu Casselmit der umliegenden Gegend abbilden, und hat der Landgraf nicht nur die dazu benöthigtenkostbaren Steine und Marmor angeschaffet, sondern auch mit vielen Unkosten Leute nach Flo-renz geschickt, um daselbst die Handgriffe und Wissenschaft dieser künstlichen Arbeit recht zuerlernen. Hommagius ein gelehrter und in der Mathematik wohlerfahrner Mann, hat an-itzo die Aufsicht darüber: es ist aber zu befürchten, daß mit dem Absterben des alten HerrnLandgrafen, wie viele andere Dinge, also auch dieses Werk, so noch nicht über die Hälfte ge-kommen, gänzlich ins Stecken gerathen werde.
In dem abgedachten Gemache an der florentinischen Galerie findet sich noch verschiede- Andere kost-ne schöne Arbeit von kietre commeste, und Marmor. Ein großes altes Gefäß besteht aus bare Stücke,einem einzigen Stücke von weißem orientalischen Alabaster. Man sieht ferner ein kostbaresgroßes Crucifix auf einer Erhöhung von kietra karaZona. Der Stamm des Kreuzes istaus Achat und der Leib des Heilandes (ohne die ausgespannten Arme, als welche angesetzetfind) aus einem einzigen Stücke Elfenbein. In einem Schranke werden andere auserleseneelfenbeinerne Werke, die von berühmten Meistern oder vornehmen Herren kommen, aufgeho- Drechsler-ben. Unter solchen findet sich eine runde Schachtel, welche der Czar Peter gedrechselt hat, ^zween dergleichen Leuchter von dem churbayerischen Prinzen Theodor, und eine Kugel, wor-innen bey hundert andere gedrechselt und eingeschlossen sind. Das schönste Stück dieserSammlung ist Curtius zu Pferde, wie er sich in den Abgrund stürzet.
Hiebey kann man auch einen reichen Vorrath von bernsteinerner Arbeit in Augenschein Bernstein,nehmen. Die meisten Stücke haben eine röthliche Farbe angenommen, welches ihrem Al-ter zuzuschreiben und allem Bernstein gemein ist, sonderlich wenn er vorher mit Lein- oderRübenöle abgesotten worden. Ob man ihm durch neues Absieden seine erste Schönheit Wie solcherwieder geben könne, ist mir unbekannt, dieses aber gewiß, daß man anfänglich durch ein zwan- pell gemachtzigstündigeö Kochen in einem der itztgedachten Oele dem Bernsteine seine dunkle und gelbeFarbe dergestalt benehmen, und ihn durchsichtig machen kann, daß er hernach zu vielen Din-gen, so gut als Helles Glas dienet. Wenigstens vGfertiget Christian Porschinen, ein be-rühmter Bernsteinarbeiter zu Königsberg, Brillengläser Brennspiegel, so größer als einSpeciesthaler sind, und Prismata, die Regenbögen vorstellen, aus Bernstein. Es ist aberHiebey zu bemerken, daß der Bernstein nach seiner Abkochung nicht mehr so stark dieSpreu und kleine Fäschen Papier, welche ihm, nachdem er gerieben worden, genähert wer-den, an sich zieht.
Endlich ist in diesem Zimmer noch ein großes Werk von Ebenholze zu betrachten, und Kabmet vondie daran befindliche Bildhauerkunst desto mehr zu bewundern, je schwerer es ist subtile Ar- Ebenholze,beit bey uns in Europa aus diesem Holze zu verfertigen. In Ostindien wird es in Bretter Wie das E-geschnitten, und sieben bis acht Fuß tief in die Erde gegraben, da es dann sehr geschmeidig be^bolz mwird und nicht so leicht auöspringt, wie es in unsern Ländern zu thun pfleget el); und daherkömmt der große Unterschied, welchen man an den Kabinetten und andern Dingen, die aus ^
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