Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
363
JPEG-Download
 

von des Großhevzogs zu Florenz Hofstaate, PMsten rcl Z6Z

gleichen noch nirgends gefunden habe. Die Venus <Ze Kleäicis steht zwischen zwoen andernStatuen der Liebesgötkinn, welche an jedem andern Orte, wo sie dergleichen gefährlicheNachbarschaft nicht hätten, für unvergleichlich würden gehalten werden, an statt daß sie all-hier ungeachtet ihrer Schönheiten mehr zur Vermehrung des Lobes, welches die mediceischeVenus als einen ihr gehörigen Tribut fodert, als zu ihrem eigenen Ruhme stehen. Dieje-nige, so sich jener zur rechten Hand befindet, ist noch einmal so groß, als die mediceische, hat Viöto-

einen Apfel in der rechten Hand, und wird Venus ViAorialä oder Vullnx genennet. Die ^

andere, so von trefflicher Arbeit ist, und woran Herkules Ferrata vieles ergänzet hak, führet nU.den Namen Venus I/rania.

Auf der Seite dieser letzten Statue folget ein tanzender käunus, der eine ungemeine ksuau,-Leicht- und Fertigkeit an den Tag legt. Mich. Ang'elo soll den Kopf und die Arme daranersetzet haben, das Hauptwerk aber schreiben einige dem Praxiteli zu. Der Marmor haketliche Flecken, absonderlich im Gesichte, und weil diese durch die Abgüsse oder moules sol-len verursachet worden seyn, so wird anitzo nicht mehr erlaubet, dergleichen Abdrücke zunehmen ^).

I^rrotino oder der Schleifer steht nächst Hiebey, und stellt diese Statue einen alten U'^rrotlao.halbknieenden Mann vor, so eine Art von breitem Messer auf einem vor ihm liegendenSteine schleift, und dabey mit aufgerichtetem Haupte und gleichsam mit vieler Aufmerksam-keit und furchtsamer Vorsicht, sich nicht sehen zu lassen, nach etwas höret. Der Kopf unddie Haare sind insbesondere wohl gerathen. Man macht insgemein einen Bauer daraus,der die catilinischen Verschwornen bey seiner Feldarbeit behorchet, und hernach verrathen ha-be; allein die historischen Umstände sowohl dieser Verrätherey, als derjenigen, welche vonden Söhnen des Brutus unternommen worden, schicken sich zu keiner Entdeckung, die auf demFelde geschehen seyn sollte.

Das sechste Stück ist ein Orupxo, auf welchem zween Kämpfer oder lmÄatores ihre i^üstorcr.Kräfte gegeneinander versuchen, und der Ueberwinder seinem zu Boden fallenden Widersa-cher im Zurückbeugen den Arm entzwey bricht. Die Köpfe sind gleichfalls an diesem Wer-ke wohl gearbeitet. Nach klsmimi Vsccs- Zeugnisse, welches in seinem

Itineritrio Ik-iücn geführet, ist dieses alte Stück zu seiner Zeit vor der korta cll Oiovsnlilzu Rom ausgegraben worden. Den Kupferstich davon sieht man in des Licmi'kävconXutigu. expl. lom. III, ?art. II, z). 292.

Rings um die Iribuna geht ein Repositorium, so mit kleinen aber sehr kostbaren Ändere Kost-Werken aus dem Alterthume besetzet ist: Unter denselben findet sich des Kaisers Tiberius barkeiten.(nicht aber Julius Cäsars, wie riisscm und andere wollen) Brustbild aus einem einzigenTürkis, der die Größe eines Hühnereyes hat; etliche andere buüg aus Krystalle, orientalischemAchate und Chalcedon; ein Löwe, so ein Pferd zerreißt, aus Marmor; die Venus in derStellung der berühmten mediceischen Liebesgöttinn; eine matrix oder Gewächs von Sma-ragden, davon ein Theil noch unreif, der andere aber zu seiner völligen Reife gekommen ist,nebst vielen andern Merkwürdigkeiten.

Was die kostbaren Gemälde anlanget, so finden sich allhier viele Mignaturstücke eines Gemälde.Servitenmönchs 6iovsnui ksttiita 6 e 1 sollte 8insi-io, welches ein Kloster ist, so nur fünfMeilen von Florenz liegt. Er hat vor ungefähr sechszig Jahren gelebet, und zwar nichts

Zz 2 aus

neris perlongm subicns, ita ut subito vekes sä msin, slters ^uäenäis säbibiks, inZenicuIsret, po-xelles äelluexent; nuäusgus uns wsnu sä INSM- gerioribus eminentibus Lc.

-) ktLUHKDLOIl I. c. x. lv».