Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
364
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Mosaische

Arbeit.

Floptntini-sche Arbeit.

Falsche Pro-be der Alchy-mie.

Vom großenDiamanten.

Seine Ver-gleichungmitandern.

364 XI.II. Brief. Nachrichten

aus seinem eigenen Kopfe gemalet, aber trefflich copiiret. Eine sonderliche Probe seiner Ge-schicklichkeit giebt das allhier befindliche Gemälde, welches die Anbethung der Hirten cnnüZngtnro abbildet, und in Lazuli gefasset ist. Das Original ist vom Titiano. Man zei-get ferner im Originale eine treffliche vom Corregio; eine andere vom Mich. An-

gelo Buonarota; St. Johannes, vom Raphael d'Urbino, das Portrait des Pabstes Ju-lius des zweyten, von eben demselben, nebst verschiedenen auserlesenen Stücken vom Titiano,Andrea del Sarto, Paolo Veronese, Holbein, Tintorek, Gherardini, Caracci, Rubens,Vandyk rc.

Gleich beym Eingänge linker Hand hängt ein jOpu>> > 1 o 5 ,icun^ so aus viel tausendkleinen Steinen zusammengesetzet rst, und eine Eule mitten unter andern Vögeln vorstellet.Unter solchem trefflichen Werke stehen die Worte: käarcellus kroveiMÜs a Omo k. 161;.

Es fehlet der Tribune auch nicht an kostbaren Zierrathen von der neuern florentinischenArbeit, oder von klletre comniello, worunter sonderlich eine in Lazulistein eingelegte Perlen-fischerey sehr wohl ins Auge fällt. Ein achteckichtes Tischblatt stellt überculS natürlich man-cherley Früchte, Vogel und Laubwerk vor, wozu nichts als Achat, Lazuli, Chalcedon, Topase,Rubinen und andere orientalische Steine genommen worden. Diese Tafel wird auf hunderttausend Scudi geschätzt, und sollen dreyßig Personen fünfzehn Jahre lang daran gearbeitethaben.

Ehemals zeigte man in der Tribune einen eisernen Nagel, dessen unterste Hälfte vonGolde war, und gab man dabey vor, daß der berühmte Chymicus Thurneiffer durch solcheProbe die mögliche Verwandlung der geringem Metalle in Gold an den Tag geleget habe;allein man schämet sich schon seit vielen Jahren, diesen Nagel ferner zu zeigen, nachdem sichgefunden, daß ein Betrug dahinter stecke, und eine subtile Löthung das ganze Kunststückausmache.

Der berühmte große Diamant ist gleichfalls nicht mehr in der Tribune, sondern derGroßherzog verwahret solchen selbst in seinem Kabinette, und zeiget man an dessen Stelle einModell, das aus einem gelblichen Feuersteine geschliffen ist. Das Original wiegt nach demBerichte des Tavernier hundert und vierzigstehalb Karat, und war sonst der größte Dia-mant in Europa, muß aber zu unserer Zeit diese Ehre demjenigen überlassen, welcher vondem Engländer Pitt an den Herzog Regenten von Frankreich verkaufet worden, und nundie vornehmste Zierde der königlichen französischen Krone ist. Als er geschliffen wurde, be-kam Pitt für die abfallenden Stücke über sechstausend Pfund Sterling. Der geschliffeneStein behielt ein Gewicht von hundertund vier und vierzig Karat, und übertrifft mit sei-nem Feuer alle Diamanten, welche man gegen denselben hält, an statt daß das Wasser desflorentinischen auf Citronenfarbe zieht. Der Großherzog soll einem Jesuiten für diesen letzt-gedachten Stein nur fünf und siebenzig tausend Scudi gegeben, dieser aber ihn vorher, daman ihn nur für Krystall angesehen, auf der ki^rrg cli dlavona zu Rom für einen einzigenPaolo erhandelt haben. Pitt hätte einen viel vorkheithastern Verkauf treffen können, wenner sich der Gelegenheit zu rechter Zeit zu bedienen gewußt, indem ihm der König in PolenAugustus achtmal hundert tausend Thaler dafür both, und die chursächsische Landschaft dieBürgschaft, daß diese Summe in etlichen Jahren fristenweise abgetragen werden sollte, übersich nehmen wollte. Weil aber Pitt auf einer Million Thaler bestund, so zerschlug sich derHandel zu großem Schaden des Verkäufers, und wie man versichert, auch nicht ohne Reuedes Königs Augusti, als hernachmals dieses Kleinod in die Hände des Königs in Frankreichgerathen war. Pitt war bey Besitzung seines Schatzes kaum des Lebens sicher: und weil