Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
369
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von des Großherzsgs zu Florenz Hofstaate, Pallästen rc. Z69

Bologna. Eine kleine 8mtur, Lgneüris von bron^o kömmt von der geschickten Hand des Außerordent-Ferdinand Tacc. langst der Seite des einen Zimmers liegt die außerordentliche Mähne ei- ljche Mahnennes Schimmels, welchen Karl, Herzog von Lothringen, an den Großherzog Cosinus den von Pferden,dritten verehret hak. Sie ist eingewickelt, und soll zwanzig Fuß, oder, wie andere wollen,vierzehn Ellen lang seyn. Indessen habe ich unter verschiedenen Haaren, die ich herausge-zogen, keines finden können, so über eine Elle lang war. Noch vor wenig Jahren fuhr derLord Gage in London mit zween Schimmeln, deren Mähnen fast bis auf die Erde hingen.

Es ist bekannt, daß in England bey anscheinender Gefahr eines Aufstandeö wider die prote-stantische Reichsfolge und Regierung den Römischkatholischen ihre Pferde weggenommenwerden; als nun im Jahre 1717 bey dergleichen Furcht und Unruhe MylordGage diepäbst-liche Religion verließ, mußte er leiden, daß man ihm im Scherze vorhielt, er sey bloß ausLiebe für seine Pferde, und damit er solche nicht einbüßen möchte, zur englischen Kirche ge-treten. Als ihn die Königinn von England einsmals darüber raillirte und anbey fragte:ob er denn auch seine Frau mit zu der protestantischen Kirche bekehret habe? antwortete eraus Uebereilung: was die Frauen anlange, so läge nichts daran, von was für Religion siewären.

Endlich ist noch in dem untern Theile des ^beschriebenen Pallastes der Altar zu best- Kostbarerhen, welcher der neuen Kapelle 6i 8. I^oiemo gewidmet ist. Es ist solches zwar noch nicht Altar,völlig fertig, indessen aber doch schon von dergleichen Schönheit und Kostbarkeit an Edelge-steinen und siorentinischer Arbeit, daß man sich über den Pracht dieses Werkes höchlich ver-wundern muß. Wenn man die Galerie nebst den dazu gehörigen Sammlungen besieht, be- Trankgeldrr.laufen sich die Unkosten ungefähr auf vierzig Paoli, wovon der Aufseher über die Medaillenund gemnE, wenn solche nur einmal gezeiget werden, fünfzehn Paoli bekömmt.

Nahe bey diesem Gebäude ist die bonlleria, oder das herzogliche Laboratorium, worin- Chemischesnen die chymischen Operationen verrichtet, und allerley kostbare Arzeneyen, davon der Groß- Laboratorr«herzog viele an auswärtige Prinzen zu schenken pflegt, verfertiget werden. Man sieht un-ker andern allhier das Portrait Antonii de Medicis in Lebensgröße, mit der Unterschrift: 6e>leäicis.IliAene coustlio, kaclls Antonius ingens,

Illic mira ialiAncin guem colit arte locus,kar ?li«bo ineclicos guo vires trsxit rib lwrbisAilternum kämn lumen ab igne tulit.

Von diesem Antonius wird bey der Beschreibung der Kirche ä'O^ni 8ami noch etwas zu er-innern seyn.

Die ordentliche Wohnung der Großherzoge ist in dem kalarro 60' I'itti, welcher seinen HerzoglicherNamen von der Familie, welcher er ehemals zugehörte, hat. Seine küsste ist wegen der Pallast.großen Bruchsteine, woraus sie besteht, und die außenher nicht gleich zugehauen, sondern er-haben sind, schlecht und ruttigue; an der Seite gegen den Hof und den Garten aber hat ereine bessere Baukunst, und ist daselbst im untersten Stockwerke die dorische, im mittlern diejonische, und im dritten die korinthische Seulenordnung sehr geschickt und zierlich angebracht.

An dem Hose ist auszusetzen, daß er in Vergleichung der Länge und Höhe des Gebäudesviel zu enge ist. Rechter Hand beym Eingänge desselben liegt ein großer Magnet, der nach Großer

Spons Magnet.

Hauben nicht zu verlieren. Uebrigens wurde ben, welches sich währender solcher Zeit eräuget,tn dieser Schlacht mit solcher Hitze gefochten, verspüret haben,baß bepde Theil« nichts von dein stärket« Erdbe-

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