Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
370
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Z7-) xi.il. Brief. Nachrichterr

Gpons Berichte fünftausend Pfund schwer ist, vorn Feuer aber einigen Schaden gelittenBerkeley der hat. Wenn Fremde kommen, so eilen alsbald etliche von der Wache haltenden Schweizer-Schweizer- garde, um ihre Hellebarden daran zu reiben, und hernach etliche einander berührende Schlüs-wache. ^ damit aufzuheben. Die Absicht ist auf ein Trankgeld gerichtet, dawider nichts einzuwen-den; daß sie aber sowohl hier als im kalarro Veccbio betteln, und unverschämt um einenoder zween Paoli bey den Fremden anhalten, ist eine Sache, so sich zur Würde und zumPracht ihres Herrn keinesweges schicket.

Denkmaal In einer Grotte des Hofplatzes vorn kalarro kitti steht die Statue Mosis von Por-einesMaul« phyx in mehr als Lebensgröße, und nicht weit davon linker Hand im Winkel das b^-reliek*kls- desjenigen Maulesels, welcher bey der Aufführung dieses Gebäudes viele Dienste gethar, unddadurch die Ehre erworben hat, daß ihm Lucas Pitti, der erste Herr desPallasteS, gedachte«Denkmaal gestiftet, mit den darunter gesetzten Worten:

lapilles öc marmorn, liZna, columnar,

Vexik, conlluxit, trsxrt, ilia tulir.

Die Athenienser verordneten einem Maulesel, der ihnen bey Erbauung eines Tempels gut«Dienste geleistet hatte, den nöthigen Unterhalt auf seine übrige Lebenszeit, welche er in allenauf achtzig Jahre brachte m).

Ueber dem bas-relief des Maulesels im Pallaste Pitti, ist eine schöne alte Statue Her-kules aus Marmor zu sehen. In den Zimmern des Pallasteö findet man gute Meublcn undGemälde. treffliche Gemälde. Unter den letzten sind die vornehmsten etliche klaäonne vom Raphaeld'Urbino, etliche andere vom Andrea del Sarto, Pharao, so dem Joseph eine goldeneKetteüberreichet, von eben diesem Meister; vier große Bataillongemälde vom Bourgnognone;etliche andere große Stücke vom Salvatore Rosa, und eines vom Rubens; St. MarcuSvom Fra Bartolomeo; die Himmelfahrt Christi von eben demselben; das Portrait Leo deszehnten mit zween Kardinälen, vom Raphael d'Urbino; der Kardinal Bentivoglio, vomVan Dyck; D. Martin Luther, so auf einem Clavicymbel spielet, und seine Frau zur Seite,Bucern aber hinter sich hat, vom Giorgion; Maria, Christus und St. Johannes auf ei-nem Gemälde, vom Andrea del Sarto; St. Maria Magdalena, vom Leonardo da Vinci;der Lebenslauf des Alkvaters Joseph auf einem in viele Felder vertheilten Stücke, vom An-drea del Sarto; die Verkündigung Maria, von eben demselben; zwo kleine Xl.iclonne vomAnnibal Caracci, wie auch verschiedene Stücke vom alten Palma, Titiano rc.

l'letrc» Lerottim äa Surtona hat die klskoncis und kriles von drey Zimmern, welchevon Bistro ^ Ssmere cli 6iove, cil öckartL öc cli Veuere genannt werden, gemalet, und daselbst die heroi-äi c«rion!,. Tugenden des mediceischen Hauses unter Sinnbildern, so aus der heidnischen Gökterge-

schichte

m) Vi-l. ^Iiovlo. t.il>. XIII, c. ;l. kQiki. vergessen anzuführen, daß sie dem Bilde ihresttitt. lid. VIII, c. 44. obersten Schutzgottes ähnlich zu werden suchen.

Benennung «) Die Mansarden oder gebrochene Dächer, Das Alterthum nennet uns auch selbst dem Rä-der Mansar- so mit Fenstern versehen, und zu bequemer, Zim- men nach sieben und dreyßig Maitrcssen, mitden. mern für die Bedienten gebrauchet werden, haben welchen Apoll beständig im Luder gelebet haben

von dem französischen Baumeister Mansard den soll- Bey einer so ausschweifend unordentlichenNamen, nicht daß er sie zuerst erfunden, sondern Lebensart muß dem Präsidenten des Parnassesweil er sie mehr und geschicklicher in Gebrauch nothwendig die Lust zur Reinlichkeit vergangengebracht. Er starb im Jahre -666. seyn. Ist es denn wohl zu bewundern, daß das

(*) Wenn man aus die schmutzigen Gelehrten Bild des Apoll in den Gernüthern seiner Anbe-eine Lobrede halten wollte, so müßte man nicht ther einen tiefen Eindruck zurückgelassen hat?

Der