Band 
[Erste Abtheilung.]
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xi.ii. Brief. Nachrichten

Portrait« inihren Klei-dungen.

Gärten.

die liegenden Riesenstatuen der Flüsse Arno und Arbia, so reichlich Wasser aus ihren Urnenschütten, zu betrachten, wie auch vorher die auf vier Piedestalen stehenden Bildnisse Homers,Virgils, Dantes und Petrarcha. Vor dein Schlosse ist ein geräumiges Amphitheater mitCypresscnwänden und einem steinernen Geländer, bey dessen Eingänge sich auf der einenSeite die große marmorne Statue Atlantis mit der Kugel auf der Schulter, und auf ver-ändern Jupiter von gleicher Materie und Größe mit dem Blitze in der Hand zeiget. DasGebäude selbst fällt zwar von außen nicht sonderlich ins Gesicht, hat aber viele Gelegenheitenund Zimmer. In der untersten Galerie desselben ist das Haupt des sterbenden Alexandersdes großen aus Porphyr, nebst vier 8tawi8 Oeoruu, und verschiedenen Brustbildern vonrömischen Kaisern zu besehen. In den Zimmern des untern Stockwerkes findet man zwoschöne Seulen von grünem Marmor mit schwarzen und weißen Flecken; die vom Buona-rota verfertigte berühmte Statue Adams, aus weißem Marmor, und die Taufe Christi vonmosaischer Arbeit, nur von der Größe eines kleinen Bogen Papiers, wozu aber viele tausendSteinchen gebraucht worden sind. Dieses Stück ist vortrefflich gerathen, und vermeynetman ein schönes Gemälde vor sich zu haben. Nahe dabey hängt die Kreuzigung Christiaus Schmelzwerke von allerhand Farben, so nach der Zeichnung des Raphael d'Urbino ge-arbeitet und vollkommen schön ist. Die Wände der Bethkammer oder des Oratorii sindmit artiger eingelegter Arbeit gezieret. Volterrano hat die Frescostücke gemacht. Die Ma-lerey der Kapelle ist vom Alessandro Allori, sonst Bronzino genannt. In einem Zimmerzeigt man einen achteckichten Tisch aus florentinischem Marmor, der in der Mitte viele ru-äera von Mauerwerke vorstellet, bey welchem die Kunst die Figuren etlicher Hasen mit ein-gelegter Arbeit gefüget hak. Rings herum ist das Meer zu sehen, dem man aber gleichfallsmit dem Zusähe etlicher Fische geholfen hat. Dieser Tisch gleicht demjenigen, welchen manzu Geneve in der Stadcbibliochek sieht, kömmt diesem letzten aber an Schönheit nicht bey.In der Porzellankammer hangen treffliche Mignaturgemälde, und sieht man auch in denübrigen Gemachern viele Portraits, die Venus vom Titiano, und das nach der Lebensgrößein Wachs poußirte Brustbild der Hortensia, Muhme des Kardinals Mazarin. Ihre Li-gamenten sind gut, die Farbe der Haut aber ist etwas schwarzgelb und blaß.

In dem andern Stockwerke geht ins Gevierte um den ganzen innersten Hof eineGale-rie, die mit lauter marmornen Brustbildern und Portrailen großer Herren besetzt ist, undkömmt man aus derselben in viele reicssmeublirte Zimmer, worinnen man unter andern vierin Lebensgröße gemalte Maitressen des englischen Königs Karls des zweyten, die PoctraitePetrarcha und seiner Laura, vom Albrecht Dürer, und verschiedene kostbare Kabinette oderSchränke von Schildkröten, Ebenholze, Krystalle, Perlenmutter, Korallen, Mosaique undeingelegter florentinischer Arbeit findet. Die Meublen dieses Pallastes sind überhaupt sehrschön: ich halte mich aber deswegen mit einer weitläuftigen Beschreibung derselben nicht auf,weil solche Dinge gar vielen Veränderungen unterworfen sind.

An den Tapeten des Audienzsaales sind verschiedene Prinzeßinnen und Großherzogin-nen von Florenz zu sehen, deren Gesichter und Hände so schön, als wann sie gemalt wären,gewebet, die Kleidungen aber wirklich diejenigen selbst sind, welche diese Damen getragen ha-ben. Auf diese Art zeiget sich auch I^arig XlecliLis mit ihrem noch jungen Sohne Ludwigdem dreyzehnten, Könige von Frankreich.

Die zum Pallaste gehörigen Gärten sind mit schönen Springbrunnen, Wasserkünsten,Grotten, Espaliers von Jasmin rc. und Orangerien gezieret, welche letztere aber im Winterbedecket oder eingebunden werden müssen. Unter den besondern Gewächsen hat man allhier

auch