Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
408
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Bildniß der

Päbstinn

Johanna.

St- Bern-hardini Kan-zel.

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Fußbodender Kirche.

4v8 xi.v. Brief. Reise

Siena gebürtigen Päbste, Alexanders des dritten,Pins des andern, Pins des dritten,Marcellusdes andern, Paulus des fünften und Alexanders des siebenten, desgleichen die von etlichenDiscipeln des Bernini gearbeitete zwölf marmorne Apostel an den Pfeilern, und hundertund siebenzig hin und wieder durch die Kirche vertheilte Köpfe von Päbsten aus Gipse.Ehemals soll auch das Bildniß der Päbstinn Johanna darunter gewesen seyn, mit dem bey-gefügten Namen, sobsnnes VIII. keming äe LnZIia, wie Mablllon bezeuget; aniHt abersuchet man solches vergeblich. Nach des itztgedachten Autors Berichte ist solches verändertund der Pabst Zacharias daraus gemacht, nach Bar «mir Zeugnisse aber gänzlich zerschlagenworden.

An der Kanzel sind verschiedene geistliche Vorstellungen in weißem Marmor von Ni-colak Pisani vortrefflich gearbeitet. Die schlechte hölzerne Kanzel, deren sich der h. Bern-hardinus allhier bedienet, steht linker Hand gegenüber, mit folgender Nachricht:

kulAursutibus pro selu vocibus,

<2u35 aänrirame patriaLoclelii milit ex oreL L L n » L u. v l n v s8uZZelluin boc oliui relonan;

LpeÄotor l! plusKecolenti sulmoVencrsre.

Auf dem Hauptaltare sind zwölf Engel von Metalle, nebst vier großen maßiven Leuchternaus Silber zu sehen.

In der Lappella äel kattillerio, welche von dem großen unterirdischen Taufgewölbezu unterscheiden ist, steht die metallene Statue Johannis des Täufers. Die Kapelle selbstist schön verguldet und mit einer artigen Cuppola versehen. Nächst dabey ist ein kostbaresDenkmaal eines Zondadarii in Augenschein zu nehmen. Gegenüber findet man die schöneKapelle, welche von Alexander dem siebenten ihrem Erbauer den Namen führt, und in der-' selben zwo von Chevalier Bernini verfertigte marmorne Statuen, deren die eine eine meistnackende und bethende Frauensperson, die andere aber einen alten Mann, der sich auf einKreuz leget und dasselbe küsset, sehr wohl abbildet. Vermuthlich bedeutet die erste die imEvangelio beschriebene bußfertige Sünderinn, die andere aber den h. Hieronymum. Zwoandere hier zu sehende Statuen sind von Lehrlingen des Bernini, und zwey Gemälde vomCarlo Maratti. Das eine davon stellt die Heimsuchung Mariä vor, das andere aber ihreFlucht nach Aegypten. Der Grund oder die Wand des Altares ist mit Lazuli von der Dickeeines rheinischen Guldens überzogen. Die Decke der ganzen Kirche ist himmelblau undmit goldenen Sternen gleichsam besäet. Das schönste, was hier zu betrachten, ist der Fuß-boden, welcher mit kostbarem Marmor und Steinen aufs künstlichste eingeleget ist. Ab-sonderlich ist der Platz unter der Hauptcuppola und noch mehr das Estrich vor dem großenAltare unvergleichlich wohl gerathen, und stellet das letzte den Erzvater Abraham vor, wieer seinen Sohn Jsaac schlachten will. Die Figuren dieses Opfers sind in Lebensgröße, an-statt daß die übrigen Stücke viel kleiner eingerichtet worden. Die künstlichsten Maler soll-ten Mühe haben, die Geschichte mit Farben so wohl auszudrücken, als es hier mit eingeleg.ter Arbeit geschehet:. Den Meister davon nennen etliche Maccarino, andere geben vor, daßDuccio di Siena es angefangen und Domenico Beccafumi vollendet habe. Zu mehrerer

Erhal-