von Florenz nach Sl'ena. 407
Häusern gebauet sind, und noch aus den innerlichen Unruhen der gibellinischen und guelsi- 'scheu Parteyen ihren Ursprung haben, von weitem ein gutes Ansehen von sich giebt.
Die Sicnenser bilden sich ein, noch eine Art von Freyheit zu haben, indem sie ihren Regierung^Senat, der aus neun Personen (so l^oM genennt werden) besteht, wählen dürfen. Das Haupt form.davon führet den Namen vomOapinmeo clel kopolo. Allein diefes ist nur ein äußerlicherSchein, und ist die Gewalt des gedachten Raths dergestalt von den Großherzogen zu Flo-renz eingeschränket, daß die Stadt nichts von Wichtigkeit vor sich unternehmen darf.
In dem Rathhause ist nichts sonderliches zu besehen. Der vor demselben sich befin- Platz, der un-dende große Plaß, so la Lrrmöa genennet wird, gleicht einer Schüssel oder vielmehr einer ter WasserMuschel, und kann (wie man vorgiebt) bey Feuersgefahr, oder wenn man Schauspiele mit kaim^kleinen Schiffen geben wollte, vermittelst der vielen Brunnen, die man in der Stadt antrifft, ^unter Wasser gesetzt werden. Meines Erachtens kann solches nicht anders geschehen, alswenn vorher die vier Thüren des Rathhauses, nebst zween Straßen, welche sich zu dessen Seitenfinden, hoch vermauert oder sonst wohl verstopfet werden, denn die größte Vertiefung istnicht in der Mitte des Platzes, sondern auf der untern Seite beym Rathhause. Diese Un-gleichheit des Bodens machet, daß man mit schlechter Bequemlichkeit auf demselben geht.
Zur Seite des Rathhauses steht ein Thurm, ia Alanchrimi genannt, dessen künstliches Uhr- Thurm lawerk nur bey außerordentlichen Gelegenheiten sich hören laßt. Die Benennung des Thurmssoll von einem Bildhauer, Mangia genannt, der die an demselben befindliche Statue verfer-tiget hat, ihren Ursprung haben.
Die Kinder Romulus und Remus, so an einer Wölfinn saugen, sind das Wapen der Wapen derStadt Siena, welches man an vielen Orten, insbesondere an einer Seule von Ophir, die Stadt,dem Rathhause gegenüber steht, bemerket. Siena rühmet sich eine Pflanzstadt oder Colonieder obgedachken Brüder zu seyn, die Beweise dieser Meynung aber sind noch nicht zumVorscheine gekommen.
Auf dem großen Platze vor dem Rathhause ist auch ein schöner marmorner Spring- Fontaine,brunnen, woran der sienische Bildhauer 6ir>como äclla t^uercia seine Kunst hat sehen lassen.
Das Castel, welches die Großherzoge an dein einen Ende der Stadt anlegen lassen, um die Castel.Einwohner desto besser im Zaume zu halten, ist in schlechtem Stande und von keiner sonder-kichen Festigkeit. Nahe dabey ist die Reitschule der Universität. ^
Ueber der Pforte gegen Florenz zeiget sich eine Krone nebst dem mcdiceischen Wapen Uebersthriftund der Ueberschrift: einer Pforte.
Lor inaAis libi 8iena panstit. «
Außer dem camullischen Thore deutet eine marmorne Seule den Platz an, woselbst der ^Ka?ftrsKaiser Friedrich der dritte seine Braut, die portugiesische Prinzefiinn Eleonora empfangen Friedrichshat. Das Andenken der Sache erhält folgende an dem Denkmaale befindliche Schrift: des dritten,Lrelarem bUclericnm UI. Imper. öc I^eonoram lponläm ?ortuAa1IiL Ikechs stliam,
Iroc 1e primum loco, I-setis iater koke conlslnkaviste aulpiciiZ, marmoreum poliorisinäicat monnmentum. An. k). AlLLLLIA. vi. I^al. öchzrtmz.
Unter den geistlichen Gebäuden ist die bischöfliche Kirche das vornehmste. Ihr Domkirch«.Mauerwerk besteht sowohl außen als innen aus weißem und schwarzem Marmor, welchefthicht-oder lagenweise mit einander abwechseln.
In den zweyen Gefäßen des Weihwassers, so benm Eingänge der Kirche einander ge-genüber stehen, sind Fische von Marmor sehr künstlich gebildet, also daß sie darinnen her-um zu schwimmen scheinen. Ferner bemerket man die schönen marmornen Statuen der aus
Siena