Gegend.
Buonconven-
to.
Von Hein-richs des sie-benten Todedurch einevergifteteHostie.
412 XI^VI. Brief. Reise von Siena über Rahicofani,rc.
«.i» 4II» »n» 4>Ii> 'III!' 41II» 41II» »1II> »III» 'INI' 41.1» 411!' 411!» 4NI» 4114 4114 4114 4114 «41»
Sechs und vierzigstes Schreiben.
Reise über Radicofani, Aquapendente, Bolsena, Montefiascone,
Viterbo rc. nach Rom.
»enn man von Siena nach Radrcofani reiset, hat man wahrender zwo ersten Posten,nämlich bis Buonconvento, sehr angenehme Aussichten in fruchtbaren Gegenden, somit Aleen, Weinreben und Oelbäumen bepflanzet sind- Nach diesem aber fängtdas Land an etwas rauher zu werden. Buonconvento ist in der Historie dadurch berühmtworden, daß Heinrich der siebente, nachdem er von einem Dominicanermönche, Bernhardsde Montepolitiano (wie man vorgicbt) im heil. Abendmahle Gift empfangen, im Jahreiziz daselbst seinen Geist aufgegeben hat (*). Der Dominicanerorden hat zwar keine Mühegesparet, diese Beschuldigung von einem ihrer Mitbrüder abzulehnen, und berufen sie sichvornehmlich auf ein schriftliches Zeugniß, welches von Heinrichs des siebenten Sohne Johan-ne, Könige in Böhmen, ihnen zu ihrer Entschuldigung ertheilet, und zuerst von L-ii.vrioin kvliicellan. Dom. 1 , p. 162, aus solchem aber von ULIUXII'U) in seinemLochcc chr. 6eM.?. I, u. 8?. herausgegeben worden ist. Allein die Bemühung der Dominicaner zeiget viel-mehr, wie allgemein die Nachrede wider ihren Ordensbruder gleich vom Anfange her gewe-sen, und kommen mit derselben -ri-NLiuvs äkoLni'lnLnsis, p. HO. snnirnove^irvs(llliron. Olftciibing. ap. IHLIL. D. 1 t, p. 155,^1 und alleLo«vi überein. Der einzigerr'E iuvss.^a-vs und nach ihm VULLNIV8 gehen von der gemeinen Meynung
ab, ohne derselben deswegen einen Abbruch zu thun, weil Livs8ni'vi dem päbstlichenHofeallzu offenbar ergeben ist, vLcumvs aber erst in neuern Zeiten, nämlich unter Maximiliandem ersten, dessen Secretair er war, gelebet hat. Eines Zeugnisses, welches Johannes, Kö-nig von Böhmen, den Dominicanern ertheilet, gedenket zwar schon Lbron.
llirllmA. -16 sn. iziz,' und SLRN^ivs rcr. ^loAimt. lib. V, p. 851; allein es ist doch nochnicht sicher, ob das Diploma, von welchem u-rrvLivs die Abschrift genommen, ein ächtesOriginal gewesen (**). Ueber dieses sind die Beweisgründe, so in demselben für die Unschuld
des
<*) Den Tod dieses Kaisers beschleunigten»nehr als eine Ursache. Eine unterhalb demKnie entstandene giftige Eiterbeule, ein heftigschmerzlicher Urin, und ein starkes Seitenstechen,das waren natürliche Verbothen des Todes. Da-zu kam die unnatürliche Giftmischung des Mon-tepeluciano, welcher ein zwischen den Fingernverborgen gehaltenes Gift unvermerkt in denSpühlkelch gemischet. uuv-r in Kilt. cxilc.Vkrsjcct. p L-I versichert, daß die feindseligenFlorentiner diesen gewissenlosen Menschen miteilftausend Ducaten zu dieser Frevelthat erkau-fet hatten. Heinrich empfand sogleich die Wir-kung des Giftes, und redete seinen Mörder mitsanstmüthigen Lippen an: Domino rcceäatis.
blsm L percipisnt leutonici öc nottri tlevoti ms-lemi, guocl nobis ieciltis, inortc miterakili n>o-
riemini. Mehrere Beyspiele dieser unheiligeikGistmischung hat Paullini gesammelt in den phi-losophischen Luststunden, 1 Theil, c. 71, a. d-46-und folgenden Seite.
(**) Man tadelt auch an diesem von Leibnitzim Jahre 1695 mitgetheilten offenen Briefe, daßLeibnitz selbst nicht angezeiget, weder woherBaluftüs denselben bekommen, noch auch woherer seine Abschrift genommen habe? Man ver-wundert sich, daß des Kaisers Sohn Johannes,König in Böhmen, dieses Zeugniß der Unschuldnicht eher als kurz vor seinem den r8 August -146erfolgten Tode ertheilet. Es ist seltsam, daß er