von Florenz nach Siena. " 4"
daher Gelegenheit, den Florentinern die Ehre, daß ihr Maler Giovanni Cimabue der ei- Dispute übergenrliche Vater und Hersteller der neuen Malerkunst sey, in Zweifel zu ziehen. In verschi'e- dieses altedenen Kirchen der Stadt Bologna zeiget man gleichfalls Gemälde, die älter als Cimabue Gemälde,sind, und daher abgedachten Ruhm den Florentinern streitig machen sollen. Cimabue war Dem Limaim Jahre 1240 in Florenz gcbohreu, und starb daselbst im Jahre izoo. Seine Malerkunstlernete er von etlichen Griechen, welche er aber innerhalb wenig Jahren übertraf. Nachseiner Landsleute Meynung ist er der erste, so die Art ä krelco zu malen erfunden hat. Die-sen Ruhm muß man ihm wenigstens lassen, daß er angefangen, die Zeichnung zu verbessern,welche bey den Malern, die vor ihn» in Italien waren, meistentheils gar schlecht gerieth.
Die bergichte Lage der Stadt bringt mit sich, daß man nicht weit von der Dominica- Brücke übernerkirche vermittelst einer Brücke über eine andere darunter hinlaufende Straße geht. Diese eine Straße.Brücke aber ist nicht sonderlich hoch, und kein Gebäude darunter befindlich, wie man beydesin Genua bemerken kann.
Die Franciscanerkirche hat viele schöne Gemälde, worunter die von Sodorno verfer- Francisia-tigte Abnehmung des Heilandes vom Kreuze, die Auferweckung Lazari vsm Franc. Vanni, nerkirche.und verschiedene Stücke vom Beccafumi find. In dem Garten des Klosters steht einBauin von einer Art Eichen, die stets grün bleibt und Iwccio genennt wird, welcher aus dem ^ -Stäbe des heil. Francisci, als man denselben allhier in die Erde gesteckt, hervorgewachsen ^sStabenseyn soll. Nach dem Berichte des 8 e 0 nin in seiner Reise durch Griechenland ('I'oin. I. derHeittaenx>. 2Z2.) ist bey der alten Festung zu Smyrna ein großer wilder Kirschbaum zu sehen, von gewachst»;welchem die der griechischen Religion zugethanen Einwohner des Landes glauben, daß er ausdem Stäbe des heil. Polykarpi, ersten Bischofs zu Smyrna, einen Augenblick hernach, alsman ihn in die Erde gesteckt, hervor gegrünet sey. Herkules Keule, so von Oelbaumholze imgleichenwar, hat gleichfalls wieder Wurzel in der Erde geschlagen, und sich nochmals in einen Baum aus Herkulesverwandelt, wie hievon Zeugniß lib. ll, 74 nachgesehen werden kann. Keule.
Von dem wunderbaren Dornbüsche, welchen der Herzog von Würtemberg, Eberhard derbärtige, auf dem Jagdhause Einfiedel bey Tübingen gepfianzet, ist anderwärts schon Erwäh-nung geschehen.
Siena hatte sich bey Gelegenheit des deutschen ImerreZni in Freyheit gefehet: bey Wie Sienawelcher sie jedoch,wegen der innerlichen Zwistigkeiten ihrer vornehmsten Familien, worunter um ihredie Malatesta und Petruzzi die bekanntesten sind, schlechter Ruhe genoß. Im Jahre 1554 Freyheit ge-brachte sie der Kaiser Karl der fünfte völlig unter feine Gewalt, und theilte sie bey seiner kommen.i;;6 erfolgten Abdankung seinem Sohne Philipp dem zweyten Könige in Spanien zu, vonwelchem hernach dieses Gebieth an den Herzog von Florenz Cosmum den ersten, wegen dergroßen vorgestreckten Geldsummen , und damit er sich nicht auf die französische Seite wen-den möchte, abgetreten wurde. Hievon aber waren die an der See gelegenen Oerter Piom-bino, Orbitello, Telainone, Porto Hercole, Porto Sk.Stefano, Portolongono, nebst der In-sel Elva, unter dem Namen vom 8taw cle ZU ^reüäii ausgenommen, als welche die Spa-nier für sich behielten, rc.
Siena, den z Februar.
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