Band 
[Erste Abtheilung.]
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417
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nach Rom. 417

Grab eines Deutschen (wie man vorgiebt) zu sehen, welcher von dem montesiasconischen GrabschriftWeine so viel zu sich genommen^ daß er darüber in eine Krankheit, woran er gestorben, ver- rnit M, Lll,satten. Er sott auf seinen Reisen allezeit einen Diener vorausgeschickt Haben, welcher dieThüren der Wirthshäuser, worinnen er den besten Wein angetroffen, mit dem Worte Mbezeichnen muffen. Da nun besagter Diener den Wein zu Montestascone insbesondere nachseinem Geschmacke gefunden, hat er solchen mit einem dreyfachen M beehret, und daraufauch in der Grabschrift, welche er seinem Herrn sehen lassen, gezielet. Der Grabstein liegtauf der Erde vor dem Altare der Kirche, und stellt einen Abt mit der Mitra vor. Auf bey-den Seiten beym Kopfe zeigt sich dasWapen, so ein in die Länge gespaltener Schild ist, i»dessen einem Felde (dem Ansehenden zur linken Hand) ein Löwe, und in dem andern dreyQuerbalken zu sehen sind. Die ehemals auf dem Steine gewesene, und wie geglaubt wird,deutsche Schrift ist fast gänzlich verloschen; man liest aber auf einem angefügten viereckig«ten andern Steine folgende theils mit Mönchöbuchstaben eingehauene lateinische Worte:lllli L>ll Lli ppr lüminm bll'l h'ic )o. ci. kuA. D. IEU8 mortuns oll; welche man erkläret:

Lll, eil, ell, propter ninuum Lll, bic sioli3NNL8 cls ffugger I)ominu8 meus mortuus ell.

Die Grabschrift saget nicht, daß dieser Abt ein Deutscher gewesen (**), und noch wenigerkann behauptet werden, daß -er zu der berühmten Familie der Grafen von Fugger gehöre,zumal da dieser Herren Wapen von demjenigen, das auf dem Grabsteine zu sehen, ganz un-terschieden ist. Die eine Linie der Fugger, so sich zuerst in den adelichen Stand erheben ließ,bekam im Jahre 1462 vom Kaiser Friedrich dem dritten ein Reh im blauen Felde zum Wa-pen ; die andere aber, so von Ulrichen von Fugger .abstammet, führet seit dem Jahre 147zLilien und Büffelshörner in ihrem WapeNschilde. Es mag aber dieser versoffene Reisendevon was für einer Nation oder Familie er wolle gewesen seyn, so kann man ihm doch seineübrigen Verdienste, welche ihm die Ehre zuwege gebracht, nächst vor dem Altare begrabenzu werden, keinesweges streitig machen. Denn es ist genug, daß er der Kirche und den Ar-men zu Rettung seiner Seele sechstausend Scudi vermachet hat, von deren Zinsen jährlichden Armen Brodt und Käse ausgetheilet werden. Einem andern Reisenden, welchen die

Liebe

ten beschreiben: Zgcerttos lgitur guichin kolie-nisrn vcniens, guott eil oppittum non lonßr tti-ÜANS gb urbe veteri, in gus ?apz I/rbsnus IV.tunc cum curia reLttebst, ttum celebrsret niitllnn,snter verba conlecrstionis, ttubius in bitte, vittitcsrneis ocnlis bolligm in lorms pietatis, L ttc estanZuinein ttuere in cslicem. Bey st> haufigktt

Offenbarungen und Wunderwerken ließ sichPabst Urban im Jahre 1264 leicht überreden, dieFeyer des Fronleichnamsfestes allgemein zu ma-chen. Man lese Lör. 1! 2 oV. big. cccles. tom.II, p. H8. Io/>. ttO'r-riTesxn. bitt. eccl.

ttrc. XIII) p. 44? und /oZ,. r-evnic:. biblio-Krspb. antrg. p. ^z.

ö) Lep/tti der feinen Zuna-

men von dem Haffe gegen die Römer bekommen,beschuldiget diese, daß sie Volsinium aus keinerandern Ursache feindlich angegriffen und eroberthatten, als um sich Meister von zwey tausenddarinnen befindlichen Statuen zu machen. Vitt.rl.in. Üb. XXXI V, c. 7.

(**) Das allgemeine Vorurtbeil von demSaufen der Deutschen ist vielleicht Schuld dar-an, daß man diesen nassen Bruder zu unser«Landsmanne gemacht hak- Die Italiener sindohnedem sehr freygebig mit ihren Vorwürfen:

6crn>Ani pollunt magnum tolerarc l^borem,O ucingin polliiit <L tolerare lltiro i

Nichts ist untadelhaster als die Antwort jenespatriotischen Deutschen:

Vt no» tturs Ltis, llc vos Venus iwproba rc-xat,

ttzta eil Veneri chilis, nulls mcr».

Wollen wir einen unparkeyischen Auslanderreden hören, so laßt uns an die Worte des P.Ve Lauere gedenken: tvenn die ganz redlicheund aufrichtige deutsche Nation die italie-nische Nüchternheit oder Mäßigkeit einfüh-ren wollte, so würde man alsobald falsche-Herzen,verschlagene Gemüther, Meineid, Ver-ratherep und dergleichen verspüren.

Ggg