Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
418
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4i8 XI^VI. Brief. Reise von Siena über Radicofani rc.

Epitaphium ^be zu den italienischen Weinen vor der Zeit ins Grab gebracht, hat man zu Siena in dereines andern Heiligengcistkirche folgende Grabschrift geseßet:

SauferS. Villa stabrmt vitsin, mortem inibl vilia seciere,

Lobrius rrurornm ceriiere non ziotui:

Osta Hierum sttiuut, viuo cousserAs lc^ulcbrumLt calics eputo, cliare viator gbi.

Vrilete kotatores!

Von Montefiascone kömmt man zwar den Berg hinunter, man muß aber vor Viter-bo einen viel höher» wieder hinan, nach welchem erst eine schöne Ebene hinter Viterbo folgt.

Viterbo ist die Hauptstadt desjenigen Landes, welches durch die Schenkung der bekann-ten Makhildis an den päpstlichen Stuhl gekommen, zu deren Andenken auch auf dem Rath-hause eine Jnscription in Stein gehauen ist. Nach der päbstlichen Scribenten Berichtehat diese reiche Prinzeßinn schon im Jahre 1077 unter Gregorio dem siebenten diese ihreFreygebigkeit dem Stuhle Petri angedeihen lassen, (viel. rnauvs O/E»»/ lib. III, Lliro-«ici Lastueusts c. XlllX, 990 öe Lbrouic. I lalberstall. p. 128) solche Schenkung aber IMJahre no2 gegen Paschaliö den zweyten wiederholet, wie hieven die Llianu!» OouMstwKlatliilcli» sturer coueestioue bouorum siuorum KoiuaiiL K«!eiise stwka,1om. I 8eript. rer.Lrmilv. iriLvii-. p. 687, leg. handelt. Allein gesetzt, daß es auch mit der That seine Rich-tigkeit hatte, so ist doch offenbar, daß Machildis dergleichen Veräußerung zum Nachtheileder römischen Kaiser und des deutschen Reiches, mit Rechte nicht habe unternehmen können.Einwobnw Gegend von Viterbo ist ungeachtet des fruchtbaren Bodens schlecht bewohnet, undMenge der zählt man in der Stadt kaum sunfzehntausend Seelen. Hingegen rechnet man außer denKlöster. vielen Klöstern und Hospitälern sechszehn Pfarrkirchen. Sie hat verschiedene gute Spring-Domkirche. brunnen, davon der schönste auf dem Platze bey dem Thore 6i 8. k.ucig ist. In der bischös-Kirche der Kirche sind die Grabmaale der Pabfte Alexanders des vierten, Clemens des vierten,

Francisca- Hadrians des fünften und Johannes des ein und zwanzigsten, zu sehen. Die Franciscaner-nernonncn. normen zeigen den (ihrem Vorgeben nach) zwar unverweseken, dabey aber ganz ausgetrock-neten und schwarzen Leichnam der heil. Kola cii Viterbo^ so in ihrem Kloster gelebet hat.

Zwo bis drey italienische Meilen von Viterbo nach der Seite von Nordostcn besitztVillader Dnoa cst Kant! ein angenehmes Landhaus, dessen Gärten der Giovanni Francesco Gam--bara ehemals hat anlegen lasten. Dieses Gut ist seit hundert Jahren in vielerlei) Händegerathen, und hat jeder Besitzer das seinige zur Verbesserung desselben beygetragen. Indem Pallaste sieht man gute Gemälde nebst alten Statuen, und dem Garten geben verschie-dene Springbrunnen, Grotten, Teiche, Aleen, Kabinetter und Lustwälder eine sonderbare An-nehmlichkeit.

Pallas? Zehn italienische Meilen von Viterbo auf der Seite nach Rom, wiewohl außer der

prarola. Poststraße, verdienet bey Ronciglioni der dem Herzoge von Parma zuständige Pallas? Ca-

prarola in Augenschein genommen zu werden. Solchen ließ der Kardinal Alexander Far-nesius im sechzehnten Jahrhunderte durch den berühmten Baumeister Giacomo Barocci daVignola aufführen. Von außen ist er fünfcckigt in der Gestalt einer Citadelle angelegt, derinnere Hof aber macht mit seinen Galerien eine vollkommene Rundung aus, da doch alleZimmer viereckigt und von guter Proportion sind. Die ganze Kunst kömmt auf die ver-schiedenen Dicken an, welche der Baumeister den Scheidewänden gegeben hat. Von seinerHöhe erblickt man Rom, so acht und zwanzig bis dreyßig italienische Meilen von bannen liegt.

Man

Viterbo.'Schenkungder Mathil-de.