Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
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4zo x^vn. Brief. Von der Größe der Stadt Rom,

r?2i der Eifer der Parteyen so weit gegangen, daß es darüber zum Handgemenge, Stoßenmit Füßen und Werfung des Dintenfaffes gekommen. Davia, Albani, Pamfili undA-- sind in alle diese Händel verinischt gewesen, und ist kein Wunder, daß unter den Be-dienten des Conclave allezeit einer oder zween Chirurg! ernennet werden. Davia, ein Bo-logneser und Vetter des berühmten Generals Caprara, war aus einer Familie, so dem HauseOesterreich stets zugethan gewesen. Er hatte vor sich wenig Mittel, weswegen er um einBenesicium in dem mayländischen Staate anhielt, aber wegen einer erhaltenen abschlägigenAntwort die kaiserliche Partey verließ, und für Paolucci sich erklärte." Dieser wäre bey-nahe schon am ersten Tage auf den höchsten Gipfel der geistlichen Würden erhoben worden.Acht und zwanzig Kardinäle giengen ins Conclave, und die geheimen Abreden waren, daßman einen Pabst wählen wollte, ehe die auswärtigen und abwesenden Kardinäle dazu kom-men könnten. Bey dem Scrutinio, welches man des Morgens vorgenommen hatte, fandensich neun «Stimmen für Paolucci, und des Abends erklärten sich noch sieben für seine Partey.Wenn man nur zwey Drittel von den gegenwärtigen Stimmen auf seiner Seite hat, so istdie Sache richtig. Dem Paolucci fehlten solchem nach nur drey Stimmen, die er vielleichtBewandniß noch in selbiger Nacht durch Unterhandlungen sich. würde verschafft haben, wenn nicht derelusion^ ^ kaiserliche Minister, Kardinal Althan, die sicherste Resolution genommen hätte, ihm die for-male Exclusion im Namen seines Principals zu geben. Denn bey jeder Wahl hat derKaiser, die Krone Frankreich und der König in Spanien das Recht, eine zur päbstlichenWürde vorgeschlagene Person auszunehmen und auszuschließen; es muß aber solches gesche-hen, ehe wirklich schon die zur Wahl dieser Person gehörige Stimmen vollkommen kund ge-macht sind. Daher geht die Exklusion noch an, wenn wirklich schon nach dem Scrutiniodie Stimmen oder Zettel gezählet werden, und die Protestation geschieht, ehe zum Exempelnoch das letzte Billet, so die erfoderte Zahl ausmachen würde, geöffnet und abgelesen wird.So lange man noch mit Künsten und Unterhandlungen eine Wahl zu hintertreiben vermö-gend ist, schreitet man nicht gern zur Exklusion. Der Kardinal Salerno, ein Neapolitaner,dem der kaiserliche Hof vorher viel Gutes erwiesen hatte, war der vornehmste Beförderer der«-mriauen Unterhandlungen für Paolucci, weil er als ein Jesuite gern einen Pabst haben wollte, der»m Conclave. die.Constitution k/niZenitus eifrig vertheidigte. Nachdem ihm sein Anschlag mislungenwar, gieng er aus dem Conclave unter dem Verwände einer Unpäßlichkeit.

Es kömmt nicht von Protestanten, sondern selbst aus der Katholiken Zeugnisse, wassich nach dem Tode Alexanders des siebenten zugetragen haben soll, nämlich, daß der Kar-dinal Sforza am letzten Tage, ehe man in das Conclave gieng, einem andern Kardinale, wel-cher

/') Corsini ein Florentiner, wurde den 12 Jul. Bruder und Florentiner, und Carolus ein R§-im acht und siebenzigsten Jahre seines Al- mer. Uebrigens wird in dieser Poesie öfters aufters, unter dem Namen Clemens des zwölften er- die Familienwapen der Kardinale gezielet.wählet. Der Kardinal Mariius Giuetti, eines

-) Die Familie des Kardinals FranciscusBar- Kaufmanns Sohn aus Vclletri, war grob undberini führte Bienen im Wapen. Unter Urban wegen seines Geizes dergestalt beschrieen, daß mandem achten, welcher aus diesem Geschlechte war, ihn insgemein einen Juden nennete und beschul-wußten sie dem Lande das Honig so wohl auszu- digte, als triebe er heimlichen Handel mit densaugen, daß man sagte: guoci bsrbgrl non Lce- Juden- Eine Pasquinade sagte auch von ihm:runt, fecere karberilM NachClemcus des nenn- Lcco cbe nella AiolirL cntrs cHnetto

teil Tode waren drey'Barberini mit der Kardi- 6rsve ä' et^, ne ffersrebbe in vsno

nalswürde bekleidet; Franciscus und Mtomus, 8e il conlilwrio 6 lscclle al Ghetto.

Der