Band 
[Erste Abtheilung.]
Seite
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ihrem Oberhaupte dem Pabste, rc. 4zr

cher sein guter Freund war, begegnet, und diesen im Vertrauen um seine Gedanken undMuthmaßungen wegen der instehenden Wahl befraget, da er dann die treuherzige Antworterhalten: wenn die Franzosen den pabst machen, so wird es der

Rardinal machen ihn die Spanier, so wird es der kardinal

macht ihn das römische Volk, so wird es der kardinal macht ihn der

heil. Geist, so wird es der kardinal macht ihn aber der Teufel, so

wird es entweder Eure Eminenz oder ich. Sforza antwortete mit lachendem Mun-de : Auf diese Art wird es (welches auch in Clemens dem neunten eingetrof-

fen ist), und brachte damit die Unterredung auf eine andere Materie.

Im Jahre 1724 nach dem Tode Jnnocentius des dreyzehnten, machte man unter denCompetenten der päbstlichen Krone folgende Eintheilung:

II Lieio vuol OriiiüII kopolo Lochmilbe Oonns OttoboniII Oiavoio tälberoni.

Orsini kam zu dieser Würde 1724, unter dein Namen Benedict des dreyzehnten

So lange das Conclave dauert, fehlet es nicht an Pasguinaden, und gehen täglich Leutedamit in den Coffeehäusern, um die Abschriften davon an Fremde im Vertrauen, wie sievorgeben, zu verkaufen. Ich habe dießmal wenige sinnreiche Einfälle darunter bemerket,und trage ich Bedmken, meinem Herrn mit einem Anschlüsse vieler solcher geringen Arbeitbeschwerlich zufallen. Es ist mir aber folgende noch ungedruckte Schrift unter die Hände ge-kommen, welche die Prätendenten zum päbstlichen Stuhle nach Clemens des neunten Todemit vielem Verstände beurtheilet, und wohl verdienet aufgehoben zu werden.

Llsinens OLcnbuN,?etri vacat inclvta ieäez,

Lui mocio conveniat, ciic, >äulg, virum.

/) anrät Koinana in ieäs locari;

8ecl lt.oinMN8 apex vulnera novit apis.kapa t-r'-rrttn/ crit? A3uäe 8pnaA0A3, vicicbis

luiicienl IvleiHiiin mcrx proz'craro tnum /L).

/) valcie lancllus te 8piritus estert,

8eci non eli prima aä cuimina stmäins eguer.

m) guon6anr cenfura prurir Iberos»

Dliuc s te patri« eeistus Iberus abeli.

Si

Der Kardinal Frane. Barberim, dem er die Kar-dinalswürde zu danken hatte, konnte ihm nichtvergeben , daß, als er wahrender seiner Verfol-gung unter dem Pabste Jnnocentius dem zehn-ten von Ginetti fünf und zwanzig tausend Sal-di entlehnen wollen, dieser unter dem Verwän-de, als habe er solche Summe nicht, ihm eineabschlägige Antwort gegeben.

/) Der Kardinal Antonius, ein Bruder desKardinals Francesco Barberim, war unter derRegierung feines Vetters Urbans des achten Ge-neralissimus in den Staaten von Bologna, Her-

kam und Äomagna wider die Republik Venedig,den Großherzogen von Florenz und die Herzogevon Parma und Modena; er wurde übrigens fürfreygebig und einen Liebhaber des Frauenzim-mers gehalten.

Als der Kardinal Francifcus MariaBmncaccio Bischof zu Cappaccio im Neapolita-nischen war, schickte der Vice-kv^ einen Haupt-mann dahin, der verschiedenes wider die Frey-heiten der Kirchen unternahm. Diesem wider-setzte sich Brancaccio,und der Hauptmann wur-de auf feinen Befehl erschossen. So viele Ver-

drieß-

Critik überdie Kardina-le nach Cle-mens desneunten To-de.