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ihrem Oberhaupte dem Pabste, rc.
aufmachen; allein es geschieht weiter nichts, als daß man nur dasjenige, so oben an liegt,anschauet, und den Decket mit einer Reverenz wieder zumachet. Die Maschinen, wodurchdie Körbe hinein gedrehet werden, sind mit Bleche beschlagen, und sehen nicht anders aus,als an etlichen Waisen-und Armenhäusern die Maschine, worein die unglücklichen Jungfernihre Kinder legen, und solche hernach gegen die innere Kammer des Hospitals herumdrehenkönnen.
Es ist nicht verbothen mit einem Kardinale oder einer andern im Conclave eingeschlos-senen Person zu sprechen, wenn solches nur beyderseits mit lauter Stimme, in italienischeroder lateinischer Sprache, und in Gegenwart der Wache des Conclave geschieht.
Von dem Einzüge eines Kardinals lasse sich mein Herr nur die großen Gedanken ver-gehen. Ihre Livereyen sind gar erbar, und an denen zehn bis zwölf Kutschen, womit sie be-gleitet werden, ist wenig rares zu sehen. Bey ihrem Eintritts in das Conclave werden die-jenigen, so ihnen bis in die ersten Zimmer gefolget, mit gefrornen Wassern, Limonade undandern Erfrischungen bedienet. Der Gouverneur des Conclave giebt auch täglich sowohlan Fremde als Einheimische, die ihm ihre Aufwartung machen, prächtig zu essen, und belau-fen sich seine Unkosten leicht auf zwanzig bis dreyßigtausend Scudi; dafür entstehen ihm aberselten so gute Benesicia, daß er sich dabey seines Schadens nicht wieder erholen könnte.
Ehe ich von der Beschreibung des päbstlichen Hofes abgehe, so muß ich noch hinzu-thun, daß die Protestanten zur päbstlichen Audienz nicht gelassen werden, wenn sie Beden-ken tragen, des heiligen Vaters Fuß zu küssen. Clemens der eilfte nahm es damit nicht sogenau; ja wann sie weggiengen, gab er ihnen noch den Segen auf den Weg, mit dem Zusätze:
täci iiüMnnnn non liocebü.
Vorzeiten ließen sich auch weltliche Potentaten die Füße küssen, und findet man beymcrooemnivo (p/E'rn/f, aim. 117;, p. 246, und beym Arrf'üo LionLw-c in kkillor. I^au-äenü, p. gz?, wie die Maylander und andere Langobarden dem Kaiser Friedrich dem erstendiese Ehre erwiesen haben. Die Könige von England lassen sich noch heut zu Tage beyöffentlichen Gelegenheiten auf den Knieen bedienen: und viele wissen sich dieses EinwurfeSmeisterlich zu gebrauchen, wenn sie behaupten wollen, es könne ein Protestant mir gutem Ge-wissen den Pabst auf gleiche Art, wie die Katholiken thun, verehren. Allein so guten Grunddieses haben würde, wenn das Fußküssen, welches der Pabst verlanget, eine bloße äußerlicheund zwar politische Ceremonie wäre, so schlechte Kraft hat obangeführter Beweis, wennman in Erwägung zieht, daß die Päbste solche Ehrerbiethung nicht als weltliche große Her-ren verlangen, sondern in Ansehung ihrer höchsten Gewalt in geistlichen Dingen, und alsStatthalter Christi, oder als das Haupt der sichtbaren allein wahren Kirche. Denn in die-ser itztgemeldten Absicht fodern sie das Fußküssen als eine Schuldigkeit von den mächtigstenweltlichen Potentaten, denen sie übrigens in Vergleichung der Länder und politischen Macht,keinesweges gleich kommen. Auf andere Art verstehen es die katholischen Prinzen selbstnicht: und der Pabst würde sich niemals entschließen, weder selbst noch durch Gesandte, der-gleichen Ehre dem mächtigsten Monarchen zu erweisen; welches jedoch geschehen könnte,wenn diese Ceremonie nur als ein politisches Compliment anzusehen wäre.
Als die Gesandten des Königs von England Heinrichs des achten, beym Pabste eins-mals Audienz hatten, kam ihnen ein Hund im Fußküssen zuvor, und richtete des Pabstes Fußmit seinem Speichel so übel zu, daß die Abgeordneten Bedenken trugen, ihm in der Reihe zufolgen, und daher die Ceremonie auf einen andern Tag verschoben werden mußte r).
Zu
Lvns L-cNL«. in tttNoris Lnxliie.
Einzüge derKardinäle.
Gouverneur
desConclave.
Pabstliche
Audienzen.
Clemens deseilsten Bezei-gen gegenProtestanten.Ob Prote-stanten demPabste mitgutemGewissen die Füßeküssen kön-nen ?
Wie eins-mals dasFußküssendurch einenHund verhin-dert worden.