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xi.vn. Brief. Von Der Größe der Stadt Rom,
Man wird Zu dem Pabste wird niemand mit einem Degen oder Stocke gelassen; ee darf auchzum Pabste niemand in seiner Gegenwart Handschuhe anhaben. Wenn dannenher die Schweizer vor"Landers h§m Pabste hergehen und dergleichen an Fremden bemerken, rufen sie alsbald, daß man sol-ohne Degen ^ abziehen soll. Die Ablegung des Stockes wurde auch bey der Versammlung der Kar-Stock und ^ dinale in der keListä 8piritu5 8snäki beobachtet, und mußte man denselben einem der umste-Handschuhe, henden Schweizer aufzuheben geben, wenn man in die Kapelle gelassen werden wollte.
Geistliche Von denen geistlichen Handlungen, welche der Pabst an gewissen Tagen zu verrichten
Ceremonien hat, von jährlichen Proceßionen und andern geistlichen Solennitäten hat man weitläuftigezu Rom° gedruckte Nachrichten, woraus ein neugieriger Reisender ersehen kann, was von ihm in sol-chen Stücken fast täglich zu bemerken sey. Einige Handlungen, die sonst in der Charwochevorzufallen pflegen, unterblieben diesesmal, weil kein Pabst vorhanden, und die Kardinäleim Vatican eingeschlossen waren.
Geißeln amgrünen Don-nerstage.
Zeigung et-licher Reli-quien.
Fabel vonVeronica.
Begebenheitmit einemBesessenen.
Am grünen Donnerstage kamen etliche geistliche Brüderschaften und eine volkreicheProceßion von andern Leuten nach der St. Peterskirche. Unter dieser Gesellschaft fandensich zehn bis zwölf maskirte Personen, welche ihre entblößten Rücken mit vielen Riemen,an deren Enden eiserne Stifte waren, also zerschlugen, daß man es nicht ohne Ekel ansehenkonnte, und die Stellen, wo sie sich etwas aufgehalten hatten, an dem Blute auf dem Fuß-boden der Kirche zu erkennen waren. Hinter einem jeden solchen eigenmächtigen Märtyrer, oderim Beichtstühle dazu verurtheilten Missethäter, wurde eine brennende Fackel getragen und oft-mals an den zerfleischten Rücken gehalten, damit das Blut nicht gerinnen sollte. Benedi-ctus der dreyzehnte hat dergleichen Proceßionen niemals gestatten wollen, sondern als denChristen unanständig verbothen; diesesmal aber war kein König in Israel, und jeder that,was ihm gut dünkte. Wie sich die fanatischen Priester der Lellonse, Istäis und Dose 8zwi»ihren Göttinnen zu Ehren gegeißelt, ist aus der alten Geschichte bekannt.
Von der Tribune, die über der 8mw3 Veronicss beym Altare >äklMore erbauet ist,wurde ein Stück Holzes vom Kreuze Christi, ein Stück Eisen von der Lanze, womit er durch-stochen worden, und endlich das von Christo einem leinwandenen Tuche eingedruckte Bild-niß seines blutigen Angesichtes gezeiget. Es ist glaublich, daß aus der Erzählung von Veraicone Christi, der Namen der heil. Veronika entstanden (*); Äi^8ii.l.on in prL'f. Llustei lt«l.muthmaßet, daß diese unächte Heiliginn ihre Benennung von einem gemalten Gesichte Christiund von Pef« und «xE bekommen.
Bey dieser Gelegenheit und dem Zulaufe des Volkes in der St. Peterskirche fand sichauch eine Besessene oder 8p>iritola ein, welche durch vielerley und Verdrehung der
Glieder die Umstehenden zum Mitleiden zu bewegen suchte. Allein ich konnte nicht merken,daß man sich viel an sie kehrte , ohne Zweifel weil die Römer an dergleicl-en Kriegslistenschon gewohnt sind. So ergieng es auch einer Mannsperson, die mit dergleichen Künstenauftrat. Daß aber alles nur auf ein reiches Almosen gemünzet und dieser lehtgedachteMann noch nicht recht zu seinem Handwerke abgerichtet war, kam dadurch ans Tageslicht,
daß
(*) Es ist dieses nicht das einzige Beyspiel, größesten Ehrerbiethigkert gefepret. Was istda die Unwissenheit dem Aberglauben Nahrung aber gewissers, als daß diests Fest einem Mis-verschaffet hat. In der römische« Kirche wird Verständnisse den Ursprung zu danken habe?das Fest der eilf tausend Jungfrauen mit der Man las in einem alten .< 8.8. Vr-
tu!»