ihrem Oberhaupte dem Pabste, rc. 449
daß da endlich sein Geleitsmann des veegeblichen Wartens überdrüßig wurde, und den Be-sessenen ermähnte, mit nach Hause zu kehren, dieser so deutlich, daß es die Umstehenden hörenkonnten, antwortete: UOII m'banno ckmo ancora nients, man hatte ihm noch nichts gegeben.Eine Frau würde ihre Sache besser gemacht haben.
Am grünen Donnerstagsabend höret man in der Kirche des heil. Apolliuariö das^i-ierere, wie es der berühmte CorellifürSingstimmen allein componiret hat, und nach diesemin 8. (n-icomo ciei ZpaZiuioIi die Denebrss unter einer Instrumentalmusik, wobey sich die-sesmal Chichino, Menicucetto und Pasquilio, welche für die besten Sänger der päpstlichenKapelle gehalten werden, hören ließen. Von hieraus geht man in das Hospital von 8. 8pi-rito clei I'elleArmi, wo viele vornehme senke den Armen die Füße waschen, und ihnen hernachbeym Essen aufwarten. Zum Fußwaschen der Mannspersonen ist ein besonderes Gewölbe,worinnen auf erhabenen Stufen oder Bänken vierzig bis sechszig Personen zugleich sitzen.Diese Sitze sind also zugerichtet, daß unter jeder Person ein Hahn geöffnet werden kann,aus welchem das warme Wasser, so aus der Küche kömmt, in das darunter stehende hölzerneGefäß fließt. Ich habe ehemals das Fußwaschen, wie es der König und die Königinn inFrankreich an jungen Kindern verrichten, gesehen; allein in Versailles rühren die königlichenPersonen die Füße der Kinder kaum mit ihrer benetzten Hand an, und ein dabey stehenderBedienter trocknet sie mit einem Handtuche wieder ab, also daß die ganze Waschung derFüße an zwölf Kindern keine Zeit von drey Minuten erfodert; hier hingegen verfährt mandamit, wie es sich gebühret; und weil es ein Zeichen der Demuth seyn soll, so ist billig, daßman wenigstens den Schern einer Erniedrigung nicht gar bey Seite setze. Wenn der Fuß ge-waschen ist, so küsset ihn derjenige, so solches gute Werk verrichtet hat. Die Damen ver-richteten diese Handlung an armen Weibspersonen in einem andern Saale, worein jedochauch fremde Mannspersonen gelassen wurden.
Am Charfreytage kamen etliche unserer Gesellschaft unter dem Zulaufe von vielen len-ken mit in eine unterirdische Kapelle der Jesuiten, welche gleich hinter ihnen verschlossen wur-de. Man theilte darauf einem jeden eine tüchtige Geißel aus, die sich in sieben bis achtEnde oft geknüpfter Reifschnüre vertheilte; ein Jesuite trat vor den Altar, und stellte vor,was unser Erlöser an diesem Tage für das menschliche Geschlecht erlitten habe; das wenigste,so man zur Vergeltung thun könne, sey, daß wir nach seinem Exempel auch unser Fleisch undBlut züchtigten, und vermahne er also alle und jede in diesem heiligen Werke des altenAdams nicht zu schonen rc. Als diese Rede geendigt war, wurden die Lichter ausgelöscht, dieLitaney gesungen, und so lange solche dauerte, hörte man nicht auf mit Geißeln auf sich selbstzuzuschmeißen. Diese Vermahnung und Züchtigung geschah zu dreyen malen, und vermu-the ich, daß die Auslöschung der Lichter geschehen, um die Leute nicht über ihr Vermögen zurSchärfe anzustrengen, oder andere zu beschämen, welche die Oberkleider auszogen, um sich destokräftiger zu treffen. Den mit Angeschlichenen Protestanten kam indessen die Finsterniß wohlzu statten, weil sie weder Lust oder Hoffnung hatten, auf solche Art den Himmel zu verdienen,noch auch rathsam fanden, erkannt zu werden. Nach geendigter Andacht wurden die Geis-seln wieder abgefodert, und die Thür geöffnet.
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lula <L VnllccimlIlL V. K1.,das ist: LsnclTVrüi- gen Worte Vnclecimills eine so große AnzahlIs L Vntleciinills virZines nigrtxres. Welch ei- von verehrungswürdigen Märtyrern herausbrin-ne wichtige Entdeckung, da man aus dem einzi- gen konnte!
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Musik.
Fußwaschen.
Unterschiedder hiesigenCeremonie,von dem Fuß-waschen, wel-ches der Kö-nigin Frank-reich verrich-tet.
Geißelungam Char-freytage.